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Vollkontinuierliches Schichtsystem: 24/7 Betrieb

Vollkontinuierliches Schichtsystem planen: 4- und 5-Schicht-Modelle für den 24/7-Betrieb an 365 Tagen im Jahr.

6 Min. Lesezeit
Schichtplan für vollkontinuierlichen 24/7-Betrieb

Vollkontinuierliches Schichtsystem: 24/7 Betrieb

Ein vollkontinuierliches Schichtsystem deckt alle 168 Stunden einer Woche ab – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Dieses Modell ist unerlässlich in Branchen, die niemals stillstehen dürfen: von der chemischen Industrie über Krankenhäuser bis zu Notrufzentralen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vollkontinuierliche Systeme ermöglichen ununterbrochenen Betrieb
  • Mindestens 4 Schichtgruppen sind erforderlich (häufig 5)
  • Die Arbeitszeitgesetze und Ruhezeiten müssen strikt eingehalten werden
  • Der Personalfaktor liegt bei etwa 4,2-5,2 pro Position
  • Eine gute Planung ist komplex, aber entscheidend für den Erfolg

Grundlagen des vollkontinuierlichen Betriebs

Wann ist ein vollkontinuierliches System nötig?

Typische Einsatzbereiche:

  • Chemische Industrie: Prozesse, die nicht unterbrochen werden können
  • Stahlwerke: Hochöfen müssen dauerhaft betrieben werden
  • Kraftwerke: Stromversorgung rund um die Uhr
  • Krankenhäuser: Patientenversorgung ohne Pause
  • Polizei und Feuerwehr: Öffentliche Sicherheit
  • IT-Rechenzentren: Server-Betrieb 24/7
  • Produktion mit teuren Anlagen: Maximale Auslastung

Berechnung der Betriebsstunden

ZeitraumStunden
Pro Tag24
Pro Woche168
Pro Monat (Durchschnitt)730
Pro Jahr8.760

Bei einer 40-Stunden-Woche pro Mitarbeiter ergibt sich: 168 / 40 = 4,2 Mitarbeiter pro Position (theoretisches Minimum).

Personalfaktor berechnen

Der tatsächliche Personalfaktor berücksichtigt:

  • Urlaub (ca. 30 Tage)
  • Krankheit (ca. 10-15 Tage)
  • Fortbildung (ca. 5 Tage)
  • Feiertage

Realistischer Personalfaktor: 4,5 bis 5,5 pro Position

Schichtmodelle im Überblick

4-Schicht-System

Vier Gruppen rotieren durch die Schichten.

Grundstruktur:

  • Gruppe A, B, C, D
  • Drei Gruppen arbeiten, eine ist frei
  • Rotation durch Früh-, Spät-, Nachtschicht

Typischer Rhythmus:

  • 2 Tage Frühschicht
  • 2 Tage Spätschicht
  • 2 Tage Nachtschicht
  • 2 Tage frei

Wöchentliche Arbeitszeit: Ca. 42 Stunden (mit Ausgleich)

5-Schicht-System

Fünf Gruppen für geringere Belastung.

Vorteile:

  • Kürzere durchschnittliche Arbeitszeit
  • Mehr Erholungstage
  • Besserer Ersatz bei Ausfällen

Nachteil:

  • Höherer Personalbedarf (20% mehr als 4-Schicht)

Vergleich 4- vs. 5-Schicht-System

Kriterium4-Schicht5-Schicht
Wochenarbeitszeit~42 h~35 h
Personal pro Position~4,5~5,5
ErholungstageWenigerMehr
FlexibilitätGeringerHöher
KostenNiedrigerHöher

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Beispiel: 4-Schicht-Plan (Continental-Modell)

Das Continental-Modell ist ein bewährtes System mit einem 28-Tage-Zyklus.

Rhythmus pro Gruppe

WocheMoDiMiDoFrSaSo
1FFSS--N
2NN--FF-
3SSNN--F
4--FFSS-

(F = Frühschicht, S = Spätschicht, N = Nachtschicht, - = Frei)

Merkmale des Continental-Modells

  • 7 Arbeitstage, dann 2-3 freie Tage
  • Vorwärtsrotation (F → S → N)
  • Jedes zweite Wochenende frei
  • 42 Stunden durchschnittliche Wochenarbeitszeit

Gesetzliche Anforderungen

Arbeitszeitgesetz beachten

Auch im vollkontinuierlichen Betrieb gelten das Arbeitszeitgesetz:

  • Maximal 8 Stunden täglich (10 mit Ausgleich)
  • Mindestens 11 Stunden Ruhezeit
  • 48 Stunden Wochendurchschnitt über 6 Monate

Sonn- und Feiertagsarbeit

Sonntagsarbeit ist im vollkontinuierlichen Betrieb erlaubt:

  • 15 Sonntage pro Jahr müssen arbeitsfrei sein
  • Ersatzruhetag innerhalb von 2 Wochen
  • Für bestimmte Branchen gibt es Ausnahmen

Nachtarbeit

Besondere Regeln für Nachtarbeit:

  • Regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen
  • Zuschläge oder Freizeitausgleich
  • Anspruch auf Tagarbeitsplatz bei Gesundheitsproblemen

Planung und Organisation

Schichtgruppen einteilen

Bei der Gruppenbildung beachten:

  • Qualifikationsmix in jeder Gruppe
  • Erfahrene und neue Mitarbeiter mischen
  • Teamdynamik berücksichtigen
  • Vertretungsregelungen klären

Übergaben organisieren

Kritisch im 24/7-Betrieb:

  • Standardisierte Übergabeprotokolle
  • Ausreichend Überlappungszeit (15-30 Minuten)
  • Wichtige Informationen dokumentieren
  • Digitale Übergabe-Tools nutzen

Ausfallmanagement

Strategien für Krankheit und Urlaub:

  • Springer-Pool einplanen
  • Regeln für kurzfristiges Einspringen
  • Überstundenregelung definieren
  • Tauschbörse für Mitarbeiter

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Herausforderungen meistern

Work-Life-Balance

Vollkontinuierliche Schichtarbeit ist anspruchsvoll:

  • Regelmäßige freie Wochenenden einplanen
  • Wünsche bei der Planung berücksichtigen
  • Langfristige Planbarkeit ermöglichen
  • Soziale Aktivitäten trotz Schichtarbeit

Gesundheit der Mitarbeiter

Präventive Maßnahmen:

  • Arbeitsmedizinische Vorsorge
  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
  • Gesunde Verpflegung (auch nachts)
  • Ruhezonen für Pausen
  • Schulungen zu Schlafhygiene

Kommunikation im Team

Bei wechselnden Schichten wichtig:

  • Digitale Kommunikationskanäle
  • Regelmäßige Teambesprechungen
  • Schichtübergreifende Informationen
  • Feedback-Möglichkeiten

Feiertage und besondere Tage

Feiertagsbesetzung

Feiertage im vollkontinuierlichen Betrieb:

  • Normale Besetzung erforderlich
  • Feiertagszuschläge zahlen
  • Gerechte Verteilung unter Mitarbeitern
  • Freiwillige bevorzugen

Weihnachten und Silvester

Besonders begehrte freie Tage:

  • Frühzeitig planen (6-12 Monate voraus)
  • Rotationsprinzip anwenden
  • Tausch unter Kollegen ermöglichen
  • Höhere Zuschläge als Anreiz

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Kostenbestandteile

  • Personalkosten (höher durch Schichtmodell)
  • Zuschläge (Nacht, Wochenende, Feiertage)
  • Gesundheitsvorsorge
  • Verpflegung/Kantinenbetrieb

Wirtschaftlichkeit prüfen

Vollkontinuierlicher Betrieb lohnt sich bei:

  • Hohen Anlagenkosten (Auslastung maximieren)
  • Kontinuierlichen Prozessen
  • 24/7-Kundenanforderungen
  • Kritischer Infrastruktur

Häufige Fragen

Als Faustregel gilt: Mindestens 4,2 Mitarbeiter bei 40-Stunden-Woche. Mit Urlaub, Krankheit und Fortbildung sind es realistisch 4,5-5,5 Mitarbeiter pro rund-um-die-Uhr besetzter Position.
Das 5-Schicht-System ist für Mitarbeiter schonender (kürzere Arbeitszeit, mehr Erholung), kostet aber mehr Personal. Das 4-Schicht-System ist wirtschaftlicher, aber belastender. Die Wahl hängt von Branche, Tarifvertrag und Unternehmensphilosophie ab.
Nicht unbedingt derselbe Mitarbeiter. Bei gerechter Rotation arbeitet jeder Mitarbeiter an einigen Feiertagen pro Jahr. 15 Sonntage müssen aber arbeitsfrei sein. Freiwillige Meldungen für Feiertagsarbeit sind oft möglich und werden mit Zuschlägen honoriert.
Standardisierte Übergabeprotokolle sind wichtig. Eine Überlappungszeit von 15-30 Minuten ermöglicht persönliche Übergabe. Digitale Tools dokumentieren offene Punkte. Kritische Informationen müssen schriftlich festgehalten werden.
Bei Gesundheitsproblemen durch Nachtarbeit haben Mitarbeiter Anspruch auf einen Tagarbeitsplatz, wenn verfügbar. Auch bei bestimmten Lebensumständen (z.B. Kinderbetreuung) kann ein Wechsel vereinbart werden. Die Details regeln Arbeitsvertrag und Tarifvertrag.

Fazit

Ein vollkontinuierliches Schichtsystem ist komplex, aber für viele Branchen unverzichtbar. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer sorgfältigen Planung, die sowohl die betrieblichen Anforderungen als auch die Gesundheit und Work-Life-Balance der Mitarbeiter berücksichtigt. Mit der richtigen Software und klaren Prozessen wird auch die anspruchsvollste 24/7-Planung beherrschbar.

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