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Dienstplanung in Pflege und Krankenhaus

Dienstplanung im Gesundheitswesen: 24/7-Betrieb, Qualifikationen und rechtliche Vorgaben in Pflege und Klinik.

6 Min. Lesezeit
Pflegekräfte bei der Schichtübergabe

Dienstplanung in Pflege und Krankenhaus

24/7-Versorgung, Qualifikationsanforderungen, gesetzliche Vorgaben und Personalmangel – Dienstplanung im Gesundheitswesen ist eine der komplexesten Planungsaufgaben überhaupt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund-um-die-Uhr-Betrieb erfordert Schichtarbeit
  • Strenge Qualifikations- und Besetzungsvorgaben
  • Arbeitszeitgesetz und Tarifverträge beachten
  • Personalmangel erschwert die Planung
  • Ausfallmanagement kritisch wichtig

Besonderheiten der Branche

Grundlegende Anforderungen

Was Pflege/Klinik kennzeichnet:

MerkmalAuswirkung auf Planung
24/7-Betrieb3 oder mehr Schichten
PatientensicherheitMindestbesetzung zwingend
QualifikationenFachkräftequote einhalten
Kurzfristige AusfälleHäufig, müssen aufgefangen werden
TeilzeitquoteHoch, viele Köpfe nötig

Schichtmodelle

Typische Strukturen:

  • Frühdienst – 6:00-14:00 oder 6:30-14:30
  • Spätdienst – 14:00-22:00
  • Nachtdienst – 22:00-6:00
  • Zwischendienste – 10:00-18:00 (für Stoßzeiten)
  • Geteilte Dienste – Morgens und abends (kritisch!)

Besetzungsvorgaben

Was vorgeschrieben ist:

BereichVorgabe
Intensivstation1:2 oder 1:3 (Pflegekraft:Patient)
NormalstationCa. 1:10 (variiert)
NachtwacheMindest-Besetzung definiert
Fachkraftquote50% examinierte Pflegekräfte

Pflegedienstplanung

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Rechtliche Rahmenbedingungen

Arbeitszeitgesetz

Grenzen beachten:

RegelVorschrift
Tägliche Höchstarbeitszeit10 Stunden
Durchschnitt8 Stunden über 6 Monate
Ruhezeit11 Stunden zwischen Schichten
NachtarbeitBesondere Schutzvorschriften
Pausen30/45 Minuten

Tarifverträge

Zusätzliche Regelungen:

  • Wechselschichtzulage
  • Nachtarbeitszuschläge
  • Sonn-/Feiertagszuschläge
  • Bereitschaftsdienst-Regelungen
  • Freizeitausgleich für Nachtarbeit

Arbeitsstättenverordnung

Für Nachtarbeit:

AnforderungBeschreibung
PausenräumeMüssen vorhanden sein
RuheräumeFür längere Pausen
BeleuchtungAusreichend
ArbeitsmedizinRegelmäßige Untersuchungen

Herausforderungen

Personalmangel

Das Kernproblem:

AuswirkungBeschreibung
UnterbesetzungNicht alle Dienste besetzbar
ÜberstundenViele, oft unfreiwillig
EinspringenHäufige Anfragen
BelastungÜberlastung der Belegschaft
FluktuationVerschärft das Problem

Ausfallmanagement

Wenn jemand fehlt:

  • Krankmeldung eingeht
  • Plan prüfen: Unterbesetzung?
  • Intern: Wer kann einspringen? – Frei -> Arbeit (Mehrarbeit)
  • Tausch mit Kollegen
  • Springer-Pool
  • Extern: Leiharbeiter?
  • Notfall: Dienst reduzieren – Nur wenn sicher möglich

Work-Life-Balance

Schwierige Vereinbarkeit:

ProblemBeschreibung
Wochenend-/FeiertagsarbeitRegelmäßig
Wechselnde ZeitenBiologisch belastend
Kurzfristiges EinspringenPlanungsunsicherheit
KinderbetreuungSchwer organisierbar

Faire Dienstplanung

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Best Practices

Rahmendienstpläne

Struktur schaffen:

ElementNutzen
Feste SchichtfolgenPlanbarkeit für Mitarbeiter
RotationsprinzipFaire Verteilung
Freie WochenendenRegelmäßig garantiert
VorlaufzeitMindestens 4 Wochen

Wunschplanung

Mitarbeiterwünsche einbeziehen:

  • Wünsche sammeln – Digital oder Papier
  • Priorisieren – Wichtig (Familie, Arzt)
  • Weniger wichtig (Präferenz)
  • Bei Planung berücksichtigen – So viele wie möglich erfüllen
  • Kommunizieren – Was geht, was nicht
  • Nachvollziehbar – Warum nicht erfüllt

Fairness sicherstellen

Gleichbehandlung:

MaßnahmeUmsetzung
RotationAlle arbeiten alle Schichten
ZählungWochenend-/Feiertagsdienste zählen
AusgleichÜber Zeiträume ausgleichen
TransparenzDienstplan für alle einsehbar

Digitale Hilfsmittel

Was Software leisten kann

Unterstützung:

FunktionNutzen
RegelprüfungAutomatisch Verstöße erkennen
BedarfsberechnungBesetzung planen
WunscherfassungDigital sammeln
VerfügbarkeitIm Blick behalten
KommunikationSchnell informieren

Tauschen und Einspringen

Digital organisieren:

  • Anfrage stellen – "Wer übernimmt meinen Dienst?"
  • Benachrichtigung – An verfügbare Kollegen
  • Angebot – "Ich übernehme"
  • Genehmigung – Leitung bestätigt
  • Automatische Planänderung – Alles dokumentiert

Mobile Nutzung

Für unterwegs:

FunktionBeschreibung
Plan einsehenJederzeit aktuell
Wünsche eingebenVon zu Hause
Tausch anbietenPer App
BenachrichtigungPush bei Änderungen

Ausfallmanagement

Prävention

Ausfälle reduzieren:

MaßnahmeWirkung
GesundheitsförderungWeniger Krankheit
Faire BelastungWeniger Burnout
Gutes KlimaWeniger Fluktuation
Springer-PoolPuffer vorhanden

Reaktion

Bei Ausfall:

  • Meldung – So früh wie möglich
  • Analyse – Kritisch oder nicht?
  • Ersatz finden – Springer
  • Freiwillige Mehrarbeit
  • Leiharbeiter
  • Dokumentation – Für Planung
  • Nachbereitung – Häufung analysieren

Springer-Pool

Flexibilität aufbauen:

ElementBeschreibung
Dedizierte SpringerFlexible Mitarbeiter
QualifikationBreit einsetzbar
VergütungAttraktiv (Flexibilitätszulage)
EinsatzregelnWie und wann

Häufige Fragen

Gesetzlich nicht geregelt, aber tarifvertraglich oft 4 Wochen. Gute Praxis sind 4-6 Wochen. Je früher der Plan steht, desto besser können Mitarbeiter ihr Privatleben planen und desto weniger kurzfristige Änderungen sind nötig.
Im geplanten Frei grundsätzlich nicht ohne Ihr Einverständnis. Allerdings: Arbeitsvertragliche Regelungen können Bereitschaft zum Einspringen verlangen. Und in Notsituationen kann eine Pflicht bestehen. Pauschale Aussagen sind schwierig.
Das ArbZG begrenzt nicht die Anzahl, aber: 11 Stunden Ruhezeit müssen eingehalten werden. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen können weitere Grenzen setzen. Arbeitsmedizinisch werden max. 4-5 Nächte am Stück empfohlen.
Ja, die Fachkraftquote ist gesetzlich vorgeschrieben. In der stationären Pflege müssen mindestens 50% der Pflegekräfte examinierte Fachkräfte sein. Die Heimaufsicht kontrolliert dies.
Das ist ein strukturelles Problem, das eskaliert werden muss. Dokumentieren Sie Überlastung, melden Sie der Leitung, beteiligen Sie den Betriebsrat/Personalrat. Bei Gefährdung der Patientensicherheit kann auch die Heimaufsicht eingeschaltet werden.

Fazit

Dienstplanung in Pflege und Krankenhaus ist eine der anspruchsvollsten Planungsaufgaben. 24/7-Betrieb, strenge Vorgaben und chronischer Personalmangel machen sie zum täglichen Balanceakt. Digitale Tools können unterstützen, faire Prozesse die Belastung erträglicher machen. Aber letztlich braucht es ausreichend Personal – und das ist eine Aufgabe für Politik und Gesellschaft.

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