Arbeitszeiterfassung für Minijobber: Die Regelungen
Auch bei Minijobs gilt die Pflicht zur Zeiterfassung – mit einigen Besonderheiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Zeiterfassungspflicht gilt auch für Minijobber
- Mindestlohndokumentation zusätzlich erforderlich
- Die Verdienstgrenze liegt 2026 bei 603 Euro monatlich
- Aufzeichnungen 2 Jahre aufbewahren
- Verstöße werden kontrolliert und geahndet
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Rechtliche Grundlagen
Doppelte Pflicht
Was gilt:
| Rechtsgrundlage | Anforderung |
|---|---|
| BAG-Urteil | Allgemeine Zeiterfassungspflicht |
| MiLoG § 17 | Mindestlohn-Dokumentation |
| SGB IV | Sozialversicherungsrechtliche Grenzen |
| Arbeitsvertrag | Vereinbarte Stunden |
Warum besonders wichtig
Bei Minijobs:
- 603-Euro-Grenze – regelmäßigen Verdienst überwachen
- Mindestlohn – Stunden ÷ Lohn = Stundenlohn
- Sozialversicherung – Bei Überschreitung Pflicht
- Kontrolle – Zoll prüft regelmäßig
- Nachweise – Bei Streit wichtig
Minijobs einfach erfassen
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- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
MiLoG-Dokumentationspflicht
Was dokumentieren
Pflichtangaben:
| Angabe | Beschreibung |
|---|---|
| Beginn | Uhrzeit Arbeitsbeginn |
| Ende | Uhrzeit Arbeitsende |
| Dauer | Tägliche Arbeitszeit |
| Zeitraum | Spätestens 7 Tage danach |
Aufbewahrung
Wie lange:
- MiLoG-Aufzeichnungen – 2 Jahre
- Ab wann – Ende des Kalenderjahres
- Ort – Am Beschäftigungsort bereithalten
- Form – Auch elektronisch
- Prüfung – Jederzeit zugänglich für Zoll
603-Euro-Grenze im Jahr 2026
Stundenberechnung
So rechnen:
| Stundenlohn | Max. Stunden/Monat | Max. Stunden/Jahr |
|---|---|---|
| 13,90 € (Mindestlohn 2026) | ca. 43,38 | ca. 521 |
| 14,00 € | ca. 43,07 | ca. 517 |
| 15,00 € | ca. 40,20 | ca. 482 |
| 20,00 € | ca. 30,15 | ca. 362 |
Die Verdienstgrenze ist dynamisch. Die Minijob-Zentrale weist für 2026 eine monatliche Grenze von 603 Euro und bei 13,90 Euro Mindestlohn höchstens 43,38 Stunden pro Monat aus.
Was bei Überschreitung
Konsequenzen:
- Gelegentlich – Bis 3 Monate/Jahr toleriert
- Vorhersehbar – Sozialversicherungspflicht
- Regelmäßig – Kein Minijob mehr
- Nachzahlung – Sozialabgaben rückwirkend
- Wichtig – Zeiterfassung belegt Überschreitung
Grenzen im Blick
MyTimeTracker warnt bei Stundenüberschreitung.
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- Keine Einrichtung nötig
Praktische Umsetzung
Erfassungsmethoden
Optionen:
| Methode | Geeignet für |
|---|---|
| App | Flexible Arbeitszeiten |
| Stundenzettel | Einfache Verhältnisse |
| Terminal | Fester Arbeitsort |
| Excel | Kleine Betriebe |
Was mindestens
Minimalanforderung:
- Datum – Jeder Arbeitstag
- Beginn – Arbeitsbeginn
- Ende – Arbeitsende
- Pause – Bei >6 Stunden
- Summe – Tagesstunden
- Unterschrift – Bei Papierform
Kontrollen
Wer prüft
Zuständigkeiten:
| Behörde | Prüft |
|---|---|
| Zoll (FKS) | Mindestlohn, Arbeitszeit |
| Minijob-Zentrale | Sozialversicherung |
| Rentenversicherung | Betriebsprüfung |
Bußgelder
Bei Verstößen:
- Keine Dokumentation – Bis 30.000€
- Mindestlohnverstoß – Bis 500.000€
- Falsche SV-Angaben – Bis 25.000€
- Nachzahlungen – Zusätzlich zu Bußgeld
- Ausschluss – Von öffentlichen Aufträgen
Häufige Fragen
Fazit
Minijobs unterliegen der allgemeinen Zeiterfassungspflicht und zusätzlich der MiLoG-Dokumentationspflicht. Die Zeiterfassung ist bei Minijobs besonders wichtig: Sie belegt die Einhaltung des Mindestlohns und hilft, die 603-Euro-Grenze im Jahr 2026 zu überwachen. Eine digitale Zeiterfassung erleichtert die Dokumentation und macht drohende Überschreitungen früh sichtbar.
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