Zeiterfassung nachträglich korrigieren: So gehts
Fehler passieren: Ein vergessener Stempelvorgang, eine falsche Buchung oder technische Probleme können zu fehlerhaften Zeiterfassungsdaten führen. Ein strukturierter Korrekturprozess stellt sicher, dass die Daten korrekt sind, ohne die Nachvollziehbarkeit zu gefährden.
Das Wichtigste in Kürze
- Nachträgliche Korrekturen sind normal und erlaubt
- Ein Genehmigungsworkflow sorgt für Kontrolle
- Alle Änderungen müssen protokolliert werden
- Zeitnahe Korrekturen sind leichter nachvollziehbar
- Systematische Fehler sollten analysiert und vermieden werden
Gründe für Korrekturen
Typische Fehlerquellen
Vergessenes Stempeln:
- Arbeitsbeginn nicht erfasst
- Arbeitsende nicht gebucht
- Pausenbuchung vergessen
Falsche Buchungen:
- Kommen statt Gehen gestempelt
- Falsches Projekt gewählt
- Falsche Uhrzeit eingegeben
Technische Probleme:
- Terminal war defekt
- App-Absturz beim Stempeln
- Synchronisationsfehler
Nachträgliche Erkenntnisse:
- Dienstreise wurde nicht berücksichtigt
- Überstunden waren angeordnet
- Krankheit führte zu früherem Arbeitsende
Wann sind Korrekturen legitim?
Legitime Korrekturergründe:
- Nachweisbare Fehler in der Erfassung
- Technische Störungen des Systems
- Vom Arbeitgeber veranlasste Änderungen der Arbeitszeit
- Dokumentation nachträglich bekannt gewordener Abwesenheiten
Nicht legitim:
- Nachträgliche Aufbesserung der Arbeitszeit
- Verschleierung von Fehlzeiten
- Manipulation zugunsten von Überstunden
Der Korrekturprozess
Schritt 1: Fehler erkennen
Fehler werden erkannt durch:
- Mitarbeiter prüft eigene Zeiten
- System meldet unvollständige Buchungen
- Vorgesetzter bemerkt Auffälligkeiten
- Plausibilitätsprüfung bei Abschluss
Schritt 2: Korrektur beantragen
Der Mitarbeiter stellt einen Antrag:
- Welche Buchung ist falsch?
- Was ist der korrekte Wert?
- Warum ist die Korrektur nötig?
- Gibt es Nachweise?
Schritt 3: Prüfung und Genehmigung
Der Vorgesetzte oder HR prüft:
- Ist die Begründung plausibel?
- Gibt es Zeugen oder Nachweise?
- Passt die Korrektur zum Kontext?
- Liegt ein Muster vor?
Schritt 4: Umsetzung
Nach Genehmigung wird die Korrektur eingetragen:
- Originalbuchung bleibt erhalten (gekennzeichnet)
- Neue korrekte Buchung wird erstellt
- Änderung wird protokolliert
- Mitarbeiter erhält Bestätigung
Schritt 5: Dokumentation
Die Korrektur wird dokumentiert:
- Wer hat beantragt?
- Wer hat genehmigt?
- Was wurde geändert?
- Wann erfolgte die Änderung?
Korrekturen einfach verwalten
MyTimeTracker bietet einen übersichtlichen Workflow für Zeitkorrekturen – mit vollständiger Protokollierung.
- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
Technische Umsetzung
Korrekturanfrage im System
Moderne Zeiterfassungssysteme bieten:
- Korrekturformular im Mitarbeiterportal
- Auswahl der zu ändernden Buchung
- Eingabe des korrekten Wertes
- Begründungsfeld (Pflichtfeld)
- Anhangmöglichkeit für Nachweise
Genehmigungsworkflow
Der Workflow kann mehrstufig sein:
| Korrekturart | Genehmiger |
|---|---|
| Kleine Änderungen (unter 30 Min) | Direkter Vorgesetzter |
| Größere Änderungen | Vorgesetzter + HR |
| Rückwirkend (über 1 Monat) | HR + Geschäftsleitung |
| Fehlende Tage | HR mit Nachweis |
Audit Trail
Jede Änderung wird protokolliert:
Original: 2026-01-15 | Kommen | 08:32
Korrektur: 2026-01-15 | Kommen | 08:00
Grund: Terminal defekt, Büro nachweislich um 8:00 betreten
Beantragt: Mitarbeiter X | 2026-01-16 09:15
Genehmigt: Vorgesetzter Y | 2026-01-16 11:30
Fristen für Korrekturen
Zeitnahe Korrektur empfohlen
Je zeitnaher die Korrektur, desto besser:
- Gleicher Tag: Einfach nachvollziehbar
- Gleiche Woche: Noch gut rekonstruierbar
- Gleicher Monat: Aufwändiger, aber möglich
- Nach Monatsabschluss: Nur mit besonderer Begründung
Verjährung und Fristen
Rechtliche Aspekte:
- Lohnansprüche verjähren nach 3 Jahren
- Betriebsinterne Fristen können kürzer sein
- Nach Lohnabrechnung sind Korrekturen komplizierter
- Überstunden können verfallen
Regelung in Betriebsvereinbarung
Sinnvolle Regelungen:
- Frist für Korrekturanträge (z.B. 2 Wochen)
- Vereinfachtes Verfahren für kleine Änderungen
- Nachweispflichten bei größeren Korrekturen
- Eskalationswege bei Ablehnung
Korrekturen ohne Genehmigung
Selbstkorrektur durch Mitarbeiter
In manchen Systemen können Mitarbeiter kleine Korrekturen selbst vornehmen:
Vorteile:
- Schnell und unbürokratisch
- Entlastet Vorgesetzte
- Hohe Mitarbeiterakzeptanz
Risiken:
- Missbrauchspotenzial
- Weniger Kontrolle
- Muss protokolliert werden
Grenzen der Selbstkorrektur
Typische Einschränkungen:
- Maximal 30 Minuten pro Tag
- Nur innerhalb einer Woche
- Nicht für komplette fehlende Tage
- Tägliches Limit für Korrekturen
Flexible Korrekturoptionen
Mit MyTimeTracker definieren Sie selbst, welche Korrekturen Mitarbeiter eigenständig vornehmen dürfen.
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- Keine Einrichtung nötig
Häufige Korrekturszenarien
Vergessenes Einstempeln
Situation: Mitarbeiter war um 8:00 Uhr da, hat aber erst um 10:00 Uhr gestempelt.
Lösung:
- Korrekturantrag mit Begründung
- Ggf. Bestätigung durch Kollegen
- Genehmigung und Nachtrag
Falscher Buchungstyp
Situation: Versehentlich „Gehen" statt „Kommen" gestempelt.
Lösung:
- Falsche Buchung wird storniert
- Korrekte Buchung wird erstellt
- Meist unkomplizierte Genehmigung
Nachträgliche Dienstreise
Situation: Dienstreise wurde nicht als Arbeitszeit erfasst.
Lösung:
- Korrektur mit Reisenachweis
- Prüfung der Dienstreise-Arbeitszeit
- Nachtrag der entsprechenden Zeiten
Technischer Ausfall
Situation: System war ausgefallen, mehrere Tage nicht gestempelt.
Lösung:
- IT bestätigt Ausfall
- Sammelkorrektur für betroffene Mitarbeiter
- Dokumentation des technischen Problems
Prävention von Fehlern
Technische Maßnahmen
- Erinnerungen bei fehlendem Stempeln
- Plausibilitätsprüfung in Echtzeit
- Offline-Fähigkeit bei Verbindungsproblemen
- Mehrere Erfassungsmethoden anbieten
Organisatorische Maßnahmen
- Klare Schulung aller Mitarbeiter
- Regelmäßige Überprüfung der eigenen Zeiten
- Schnelle Reaktion auf Fehlermeldungen
- Kultur der zeitnahen Korrektur
Prozessoptimierung
Wiederkehrende Fehler analysieren:
- Welche Fehler treten häufig auf?
- Gibt es Muster (Abteilungen, Zeiten)?
- Können Prozesse vereinfacht werden?
- Ist das System nutzerfreundlich genug?
Häufige Fragen
Fazit
Nachträgliche Korrekturen in der Zeiterfassung sind normal und notwendig. Ein guter Korrekturprozess balanciert Kontrolle und Praktikabilität: Er verhindert Missbrauch, ohne Mitarbeiter mit Bürokratie zu belasten. Entscheidend sind zeitnahe Korrekturen, vollständige Protokollierung und klare Regeln, die allen bekannt sind.
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