Unterbesetzung vermeiden: Strategien für die Planung
Unterbesetzung ist der Albtraum jeder Schichtplanung: Zu wenig Personal führt zu Stress, Überstunden, sinkender Qualität und unzufriedenen Kunden. Mit den richtigen Strategien lässt sich Unterbesetzung vermeiden oder zumindest abmildern.
Das Wichtigste in Kürze
- Unterbesetzung hat hohe direkte und indirekte Kosten
- Präventive Planung ist besser als reaktives Krisenmanagement
- Puffer für Abwesenheiten sollten fest eingeplant werden
- Ein Springer-Pool bietet Flexibilität bei kurzfristigen Ausfällen
- Regelmäßige Analyse der Ausfallquoten ermöglicht bessere Prognosen
Ursachen für Unterbesetzung
Planbare Ursachen
Diese Faktoren sind vorhersehbar und können eingeplant werden:
- Urlaub: Bekannte Abwesenheiten während der Ferienzeit
- Feiertage: Weniger Verfügbarkeit, aber oft auch weniger Bedarf
- Schulungen: Geplante Fortbildungen
- Mutterschutz/Elternzeit: Längere bekannte Abwesenheiten
Kurzfristige Ursachen
Diese Faktoren sind schwer vorherzusagen:
- Krankheit: Akute Ausfälle ohne Vorwarnung
- Kindkrank: Kurzfristige Abwesenheit von Eltern
- Unfälle: Arbeits- oder Privatunfälle
- Persönliche Notfälle: Familienangelegenheiten
Strukturelle Ursachen
Grundlegende Probleme der Personalausstattung:
- Zu niedrige Grundbesetzung: Von Anfang an zu knapp kalkuliert
- Hohe Fluktuation: Ständiger Personalverlust
- Lange Einarbeitungszeiten: Neue Mitarbeiter sind nicht sofort voll einsetzbar
- Fachkräftemangel: Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung
Kosten der Unterbesetzung
Direkte Kosten
| Kostenfaktor | Auswirkung |
|---|---|
| Überstunden | Zuschläge 25-50% |
| Leiharbeit | Oft deutlich teurer als Stammpersonal |
| Kurzfristige Aushilfen | Einarbeitung, niedrigere Produktivität |
| Qualitätsmängel | Nacharbeit, Reklamationen |
Indirekte Kosten
- Mitarbeiterzufriedenheit: Dauerstress führt zu Kündigungen
- Kundenzufriedenheit: Lange Wartezeiten, schlechter Service
- Fehlerquote: Überlastetes Personal macht mehr Fehler
- Arbeitsschutz: Erhöhtes Unfallrisiko bei Überarbeitung
Langfristige Folgen
Chronische Unterbesetzung kann zu:
- Höherer Krankheitsrate (Burnout)
- Imageschaden als Arbeitgeber
- Qualitätsproblemen und Kundenverlust
- Spirale aus Fluktuation und Unterbesetzung
Personalengpässe erkennen
MyTimeTracker zeigt Ihnen frühzeitig, wo Unterbesetzung droht – mit automatischen Auswertungen.
- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
Präventive Strategien
Richtige Grundbesetzung berechnen
Die Personalbedarfsberechnung muss realistisch sein:
- Netto-Kapazität ermitteln: Nicht Brutto-Arbeitszeit, sondern effektive Verfügbarkeit
- Abwesenheiten einkalkulieren: Urlaub, Krankheit, Fortbildung
- Puffer einplanen: 10-15% Reserve für Unvorhergesehenes
- Saisonalität berücksichtigen: Unterschiedlicher Bedarf zu verschiedenen Zeiten
Abwesenheitsquote analysieren
Eigene Daten auswerten:
Beispielrechnung:
- Urlaub: 30 Tage = 12% der Arbeitstage
- Krankheit: 12 Tage = 5% der Arbeitstage
- Sonstiges: 5 Tage = 2% der Arbeitstage
- Gesamt: ca. 19% Abwesenheitsquote
Bei 19% Abwesenheitsquote brauchen Sie für 10 immer besetzte Stellen: 10 ÷ 0,81 = 12,3 → 13 Mitarbeiter
Urlaub strategisch planen
Urlaubsplanung mit Mindestbesetzung:
- Maximale Urlauber pro Schicht definieren: z.B. max. 20% gleichzeitig
- Urlaubssperren in Stoßzeiten: Wenn betrieblich notwendig
- Frühe Urlaubsplanung: Jahresurlaub bis Februar planen lassen
- Verteilung fördern: Anreize für Urlaub in der Nebensaison
Mehr dazu: Urlaubsplanung im Team
Puffer einplanen
Verschiedene Pufferstrategien:
| Strategie | Beschreibung | Eignung |
|---|---|---|
| Überbesetzung | Mehr Personal als nötig einplanen | Teuer, aber sicher |
| Springer | Flexible Mitarbeiter ohne feste Schicht | Gute Balance |
| Rufbereitschaft | Personal auf Abruf | Für Notfälle |
| Überstundenpuffer | Überstundenkonten aufbauen | Kurzfristig hilfreich |
Springer-Pool aufbauen
Was ist ein Springer-Pool?
Ein Springer-Pool besteht aus Mitarbeitern, die:
- Flexibel in verschiedenen Bereichen einsetzbar sind
- Keine feste Schichtzuweisung haben
- Kurzfristig einspringen können
- Breite Qualifikationen besitzen
Vorteile des Springer-Pools
- Flexibilität: Schnelle Reaktion auf Ausfälle
- Qualität: Eingearbeitetes Stammpersonal statt Leiharbeiter
- Kosten: Günstiger als kurzfristige externe Lösungen
- Motivation: Abwechslung für die Springer
Springer rekrutieren
Geeignete Kandidaten für den Springer-Pool:
- Mitarbeiter, die Abwechslung mögen
- Flexible Arbeitszeitwünsche haben
- Mehrere Bereiche beherrschen
- Schnell anpassungsfähig sind
Anreize für Springer
Um den Pool attraktiv zu machen:
- Zuschläge für Flexibilität
- Bevorzugte Urlaubsgenehmigung
- Weiterbildungsangebote
- Gute Schichten als Ausgleich
Mehr dazu: Springer-Pool aufbauen
Notfallplan erstellen
Eskalationsstufen definieren
| Stufe | Situation | Maßnahme |
|---|---|---|
| Grün | Normalbesetzung | Keine Maßnahme |
| Gelb | Ein Ausfall | Springer aktivieren |
| Orange | Mehrere Ausfälle | Rufbereitschaft aktivieren |
| Rot | Kritische Unterbesetzung | Notfallmaßnahmen |
Notfallmaßnahmen
Bei kritischer Unterbesetzung:
- Überstunden anordnen: Wenn rechtlich und vertraglich möglich
- Schichten verschieben: Mitarbeiter aus anderen Bereichen
- Leiharbeit: Kurzfristige externe Unterstützung
- Priorisieren: Nur kritische Aufgaben erledigen
- Kapazität reduzieren: Öffnungszeiten einschränken
Kommunikationsplan
Wer informiert wen bei Unterbesetzung?
- Schichtleitung → Management: Bei absehbaren Problemen
- HR → Springer-Pool: Bei Bedarf
- Management → Kunden: Bei Serviceeinschränkungen
Notfälle schnell managen
MyTimeTracker ermöglicht schnelle Umplanung bei Ausfällen – mit Benachrichtigung an verfügbare Mitarbeiter.
- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
Technische Unterstützung
Frühwarnsysteme
Moderne Dienstplanungssoftware kann:
- Prognosen erstellen: Basierend auf historischen Daten
- Warnen: Bei zu geringer Besetzung
- Vorschlagen: Passende Springer oder Vertretungen
- Automatisieren: Benachrichtigungen an verfügbare Mitarbeiter
Ausfallstatistiken nutzen
Relevante Kennzahlen erfassen:
- Krankheitsquote nach Wochentag
- Krankheitsquote nach Jahreszeit
- Ausfallmuster einzelner Mitarbeiter
- Häufigkeit bestimmter Ausfallgründe
Predictive Planning
Mit genügend Daten können Algorithmen:
- Wahrscheinliche Ausfälle vorhersagen
- Saisonale Muster erkennen
- Optimale Puffer berechnen
- Risiko-Schichten identifizieren
Langfristige Maßnahmen
Mitarbeiterbindung stärken
Weniger Fluktuation bedeutet stabilere Besetzung:
- Faire Vergütung und Zusatzleistungen
- Gutes Arbeitsklima
- Entwicklungsmöglichkeiten
- Faire Schichtverteilung
Gesundheitsmanagement
Weniger Krankheitstage durch:
- Ergonomische Arbeitsplätze
- Gesundheitsförderung
- Stressmanagement-Angebote
- Betriebliches Eingliederungsmanagement
Kontinuierliche Verbesserung
Regelmäßig überprüfen:
- Stimmt die Grundbesetzung noch?
- Haben sich Ausfallmuster verändert?
- Funktioniert der Springer-Pool?
- Gibt es neue Risiken?
Häufige Fragen
Fazit
Unterbesetzung lässt sich nicht vollständig vermeiden, aber mit der richtigen Strategie deutlich reduzieren. Entscheidend sind eine realistische Grundbesetzung mit eingeplantem Puffer, ein funktionierender Springer-Pool und ein Notfallplan für kritische Situationen. Regelmäßige Analyse der Ausfallmuster und technische Unterstützung durch intelligente Planungssoftware helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen.
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