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Zeiterfassung bei der Betriebsprüfung: Was das Finanzamt sieht

Betriebsprüfung und Zeiterfassung: Worauf Prüfer achten und wie Sie sich vorbereiten.

6 Min. Lesezeit
Ordner für Betriebsprüfung

Zeiterfassung bei der Betriebsprüfung: Was das Finanzamt sieht

Wenn Prüfer kommen, sind Zeiterfassungsdaten oft im Fokus – so sind Sie vorbereitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Betriebsprüfungen können Zeiterfassungsdaten einbeziehen
  • Lohnsteuer und Sozialversicherung im Fokus
  • Dokumentation muss vollständig und plausibel sein
  • Abweichungen zwischen Lohn und Zeit werden geprüft
  • Gute Vorbereitung minimiert Probleme

Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht oder Steuerberater.

Arten von Prüfungen

Wer prüft was

Übersicht:

PrüferFokus
FinanzamtLohnsteuer
Deutsche RentenversicherungSozialversicherung
ZollMindestlohn
GewerbeaufsichtArbeitszeitgesetz
WirtschaftsprüferJahresabschluss

Prüfungsschwerpunkte

Was interessiert:

  • Lohnsteuerprüfung – Stunden vs. Vergütung
  • SV-Prüfung – Versicherungspflicht, Beiträge
  • Mindestlohnprüfung – Stunden vs. Mindestlohn
  • ArbZG-Prüfung – Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten
  • Betrugsermittlung – Scheinbeschäftigung

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Was Prüfer sehen wollen

Lohnsteuerprüfung

Relevant:

DokumentZweck
ZeitnachweiseArbeitsstunden nachvollziehen
LohnabrechnungenVergütung prüfen
ÜberstundennachweiseZuschläge korrekt?
Nacht-/SonntagsarbeitSteuerfreie Zuschläge?
ReisekostenAbwesenheitszeiten

Sozialversicherungsprüfung

Was interessiert:

  • Beschäftigungsstatus – AN oder selbständig?
  • Arbeitszeiten – Vollzeit, Teilzeit, Minijob?
  • Vergütung – SV-pflichtiges Entgelt
  • Mehrfachbeschäftigung – Andere Jobs?
  • Scheinselbständigkeit – Tatsächliches Verhältnis

Mindestlohnprüfung (Zoll)

Zentral:

AspektPrüfung
StundenWie viele gearbeitet?
VergütungMindestlohn eingehalten?
PausenUnbezahlte Pausen korrekt?
BereitschaftAngerechnet?
DokumentationNach MiLoG vorhanden?

Dokumentationsanforderungen

Was vorliegen muss

Mindestanforderungen:

DokumentAufbewahrungsfrist
Arbeitszeitnachweise (über 8h)2 Jahre (ArbZG)
Mindestlohn-Aufzeichnungen2 Jahre (MiLoG)
Lohnunterlagen6 Jahre
Buchungsbelege10 Jahre

Qualitätsanforderungen

Was erwartet wird:

  • Vollständig – Alle Tage, alle Mitarbeiter
  • Zeitnah – Nicht rückwirkend erstellt
  • Unveränderbar – Änderungen nachvollziehbar
  • Lesbar – Auch nach Jahren
  • Plausibel – Keine unrealistischen Werte

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Typische Prüfungsfeststellungen

Häufige Probleme

Was auffällt:

ProblemKonsequenz
Lückenhafte DokumentationSchätzung durch Prüfer
Überstunden nicht vergütetLohnsteuernachzahlung
Zuschläge ohne NachweisSteuerpflicht
Mindestlohn unterschrittenNachzahlung + Bußgeld
ScheinselbständigkeitSV-Nachforderung

Risikobereiche

Besonders kritisch:

  • Steuerfreie Zuschläge – Nacht, Sonntag, Feiertag
  • Ohne Dokumentation steuerpflichtig
  • Minijobber – Stundengrenze überschritten?
  • Mehrarbeit – Überstunden nicht abgerechnet?
  • Reisezeiten – Arbeitszeit oder nicht?
  • Pauschalen – Tatsächliche Arbeitszeit?

Vorbereitung auf Prüfungen

Proaktiv handeln

Was tun:

MaßnahmeNutzen
Regelmäßige SelbstprüfungProbleme früh erkennen
Dokumentation aktuell haltenKeine Hektik bei Ankündigung
Lücken schließenSoweit noch möglich
Prozesse verbessernFür die Zukunft
Steuerberater einbeziehenExpertise nutzen

Bei Ankündigung

Sofortmaßnahmen:

  • Ruhe bewahren – Nicht überstürzt handeln
  • Unterlagen sichten – Was ist da, was fehlt
  • Berater informieren – Steuerberater, ggf. Anwalt
  • Räume vorbereiten – Arbeitsplatz für Prüfer
  • Team informieren – Sachlich bleiben

Während der Prüfung

Verhaltensregeln

Was beachten:

RegelErklärung
KooperierenNicht behindern
Ehrlich seinFalschaussagen vermeiden
Nicht spekulierenNur Bekanntes sagen
DokumentierenWas gefragt/geliefert wurde
Berater hinzuziehenBei kritischen Fragen

Grenzen kennen

Was Prüfer dürfen und nicht:

  • Dürfen – Relevante Unterlagen einsehen
  • Auskünfte verlangen
  • Betriebsräume betreten
  • Müssen – Sich ausweisen
  • Prüfungsauftrag zeigen
  • Verhältnismäßig sein
  • Dürfen nicht – Private Bereiche ohne Anlass
  • Unzumutbaren Aufwand fordern

Nach der Prüfung

Ergebnis auswerten

Was tun:

ErgebnisReaktion
Ohne BeanstandungDokumentieren, weiter so
Kleine MängelBeheben, Frist einhalten
NachzahlungPrüfen, ggf. Einspruch
Größere FeststellungenMit Berater besprechen
Strafrechtliche RelevanzSofort Anwalt

Verbesserungen umsetzen

Lernen:

  • Feststellungen analysieren – Warum das Problem
  • Prozesse anpassen – Damit es nicht wieder passiert
  • Dokumentation verbessern – Lücken schließen
  • Schulung – Team sensibilisieren
  • Nächste Prüfung – Besser vorbereitet

Häufige Fragen

Die Sozialversicherungsprüfung erfolgt mindestens alle 4 Jahre. Lohnsteuerprüfungen sind unregelmäßiger und richten sich nach Betriebsgröße und Risikoeinstufung. Zollprüfungen (Mindestlohn) erfolgen anlassbezogen, oft in risikoreichen Branchen wie Bau oder Gastronomie.
Ja, durch kontinuierliche, ordnungsgemäße Dokumentation. Regelmäßige interne Prüfungen helfen, Probleme früh zu erkennen. Wenn eine Prüfung angekündigt wird, haben Sie meist 2-4 Wochen Zeit. Nutzen Sie diese für Sichtung und Gespräch mit Ihrem Steuerberater.
Prüfer können dann schätzen – in der Regel zu Ungunsten des Arbeitgebers. Bei Mindestlohnprüfungen wird angenommen, dass mehr gearbeitet wurde als bezahlt. Bei Lohnsteuer werden Zuschläge ohne Nachweis steuerpflichtig. Dokumentation ist daher essentiell.
Sie müssen kooperieren, aber Sie haben auch Rechte. Prüfen Sie den Prüfungsauftrag: Was ist der Gegenstand? Zeitraum? Sie müssen nur relevante Unterlagen vorlegen. Bei Unsicherheit: Berater fragen. Verzögerungstaktiken sind aber keine gute Idee.
Bei Routine-Prüfungen reicht meist der Steuerberater. Einen Anwalt sollten Sie hinzuziehen bei: größeren Nachforderungen, Verdacht auf Straftaten (Steuerhinterziehung, Vorenthalten von Sozialversicherung), oder wenn Sie die Feststellungen nicht akzeptieren wollen.

Fazit

Betriebsprüfungen sind normale Geschäftsvorgänge, die Sie nicht fürchten müssen – wenn Sie vorbereitet sind. Zeiterfassungsdaten spielen bei Lohnsteuer-, SV- und Mindestlohnprüfungen eine zentrale Rolle. Vollständige, zeitnahe, plausible Dokumentation ist der beste Schutz. Bei Problemen: sachlich bleiben, Berater einbeziehen, aus der Prüfung lernen. Gute Zeiterfassungsprozesse zahlen sich spätestens bei der nächsten Prüfung aus.

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