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Zeiterfassung Außendienst: GPS und mobile Erfassung

Zeiterfassung für Außendienstmitarbeiter: GPS-basierte Lösungen, mobile Apps und rechtliche Grenzen. Wie erfassen Sie Arbeitszeit unterwegs?

6 Min. Lesezeit
Außendienstmitarbeiter bei der mobilen Zeiterfassung

Zeiterfassung Außendienst: GPS und mobile Erfassung

Außendienstmitarbeiter sind selten im Büro – aber ihre Arbeitszeit muss trotzdem erfasst werden. Mobile Lösungen mit GPS bieten Chancen, aber auch Grenzen. Was ist sinnvoll, was ist erlaubt?

Das Wichtigste in Kürze

  • Außendienst braucht mobile Zeiterfassung (Smartphone-App)
  • GPS kann Standort bei Buchung dokumentieren
  • Dauerüberwachung per GPS ist nicht zulässig
  • Reisezeiten sind oft Arbeitszeit und müssen erfasst werden
  • Offline-Fähigkeit der App ist wichtig

Typische Außendienstsituationen

Vertriebsaußendienst

Tätigkeiten:

  • Kundenbesuche
  • Präsentationen vor Ort
  • Akquise-Termine
  • Messen und Veranstaltungen

Zeiterfassungsbedarf:

  • Start beim Verlassen der Wohnung oder im Büro?
  • Kundenbesuche dokumentieren
  • Fahrtzeiten erfassen

Technischer Service

Tätigkeiten:

  • Installationen beim Kunden
  • Wartung und Reparatur
  • Störungsbehebung
  • Inbetriebnahmen

Zeiterfassungsbedarf:

  • Einsatzzeiten pro Kunde
  • Anfahrtszeiten
  • Materialzeiten

Montageteams

Tätigkeiten:

  • Montage beim Kunden
  • Baustellen-Einsätze
  • Projektarbeit vor Ort

Zeiterfassungsbedarf:

  • Projektzuordnung
  • Standortdokumentation
  • Team-Erfassung

Pflegedienst

Tätigkeiten:

  • Hausbesuche bei Patienten
  • Pflegeleistungen
  • Dokumentation

Zeiterfassungsbedarf:

  • Besuchszeiten pro Patient
  • Fahrtzeiten zwischen Terminen
  • Leistungsdokumentation

Mobile Zeiterfassung per App

Grundfunktionen

Unverzichtbar:

  • Kommen/Gehen buchen
  • Projektzuordnung
  • GPS-Standort bei Buchung
  • Offline-Fähigkeit

Hilfreich:

  • Kundenzuordnung
  • Tätigkeitsbeschreibung
  • Fotodokumentation
  • Speseneingabe

Bedienung

Einfachheit zählt:

  • Wenige Klicks bis zur Buchung
  • Große Buttons für Unterwegs-Nutzung
  • Automatische Vorschläge
  • Schnellzugriff auf häufige Projekte

Akku-Verbrauch

Problem: GPS verbraucht Akku – bei Dauerbetrieb schnell leer.

Lösung:

  • GPS nur bei Buchung aktivieren
  • Keine Dauerortung
  • Energiesparmodus der App

GPS in der Zeiterfassung

Was ist möglich?

Standort bei Buchung:

  • GPS-Koordinaten beim Stempeln erfassen
  • Adresse des Kundenbesuchs dokumentieren
  • Plausibilitätsprüfung (war Mitarbeiter wirklich dort?)

Fahrtenerfassung:

  • Automatische Erkennung von Fahrten
  • Kilometerberechnung
  • Unterscheidung Arbeitsfahrt/Privatfahrt

Was ist nicht zulässig?

Dauerüberwachung:

  • Permanentes Tracking verboten
  • Bewegungsprofile erstellen verboten
  • Überwachung in Pausenzeiten verboten

Ohne Wissen des Mitarbeiters:

  • Heimliche Ortung verboten
  • Transparenz erforderlich
  • Information Pflicht

Hinweis

GPS-Ortung zur Zeiterfassung ist grundsätzlich möglich, aber nur punktuell (bei Buchungen). Eine Dauerüberwachung des Mitarbeiters ist nicht zulässig – auch nicht mit Einwilligung.

Rechtliche Einordnung

DSGVO-Anforderungen:

  • Rechtsgrundlage erforderlich (Arbeitsvertrag oder Einwilligung)
  • Zweckbindung (nur für Zeiterfassung)
  • Datensparsamkeit (nur notwendige Daten)
  • Transparenz (Mitarbeiter informieren)

Mitbestimmung:

  • Betriebsrat hat Mitbestimmungsrecht
  • Betriebsvereinbarung empfohlen

Reisezeiten erfassen

Was ist Arbeitszeit?

Grundsätzlich Arbeitszeit:

  • Fahrt vom Kunden zum Kunden
  • Fahrt vom Büro zum Kunden
  • Wartezeiten beim Kunden

Umstritten:

  • Fahrt von Wohnung zum ersten Kunden
  • Fahrt vom letzten Kunden nach Hause

Nicht Arbeitszeit:

  • Normale Pendelzeit zur Arbeitsstätte

Praktische Regelung

Typische Varianten:

  1. Erste/letzte Fahrt wie normaler Arbeitsweg behandeln
  2. Alle Fahrten als Arbeitszeit
  3. Fahrtzeit ab Überschreiten des normalen Arbeitswegs

Arbeitsvertragliche Regelung: Klare Vereinbarung empfohlen.

Automatische Fahrterkennung

So funktioniert es:

  • App erkennt Bewegung (GPS + Beschleunigungssensor)
  • Unterscheidet Fahrt/Aufenthalt
  • Ordnet Strecken zu

Vorteile:

  • Weniger manuelle Eingaben
  • Genauere Dokumentation
  • Spesenabrechnung vereinfacht

Kundenbesuche dokumentieren

Warum wichtig?

Vorteile:

  • Nachweis gegenüber Kunden
  • Projektabrechnung
  • Tourenplanung
  • Vertriebsauswertung

Was dokumentieren?

Minimum:

  • Kunde/Projekt
  • Ankunft und Abfahrt
  • Tätigkeitsart

Erweitert:

  • Ansprechpartner
  • Gesprächsnotizen
  • Ergebnisse
  • Folgeaktivitäten

Integration mit CRM

Möglichkeiten:

  • Zeiterfassung → CRM-Eintrag
  • Kundendaten aus CRM
  • Kontakthistorie
  • Automatische Berichte

Offline-Fähigkeit

Warum unverzichtbar?

Typische Situationen ohne Netz:

  • Industriegebiete
  • Keller und Tiefgaragen
  • Ländliche Gebiete
  • Ausland (Roaming)

So funktioniert es

Lokale Speicherung:

  1. Buchung wird lokal gespeichert
  2. GPS-Koordinaten werden erfasst (wenn verfügbar)
  3. Bei Verbindung: Synchronisation
  4. Konfliktauflösung bei Problemen

Was prüfen?

Vor der App-Auswahl:

  • Funktioniert Stempeln offline?
  • Werden GPS-Daten offline erfasst?
  • Wie lange ohne Verbindung möglich?
  • Wie werden Konflikte gelöst?

Spesen und Fahrtkosten

Kombination mit Zeiterfassung

Sinnvolle Integration:

  • Fahrstrecken aus GPS
  • Kilometergeld automatisch berechnen
  • Verpflegungspauschalen nach Abwesenheit
  • Belege fotografieren

Automatische Berechnung

Daten aus Zeiterfassung:

  • Abwesenheitsdauer (für Verpflegungspauschale)
  • Gefahrene Kilometer (für Fahrtkosten)
  • Einsatzort (Inland/Ausland)

Vertrauen und Kontrolle

Balance finden

Zu viel Kontrolle:

  • Demotiviert Mitarbeiter
  • Wirkt wie Misstrauen
  • Akzeptanzprobleme

Zu wenig Kontrolle:

  • Keine verlässlichen Daten
  • Missbrauchsmöglichkeiten
  • Unfaire Behandlung

Kommunikation

Wichtig:

  • Zweck der Erfassung erklären
  • Vorteile für Mitarbeiter betonen
  • Keine Überwachung, sondern Dokumentation
  • Transparenz über Auswertungen

Stichprobenkontrollen

Sinnvoll:

  • Gelegentliche Plausibilitätsprüfung
  • Nicht als permanente Überwachung
  • Bei Auffälligkeiten Gespräch suchen

Tipp

Zeiterfassung im Außendienst funktioniert am besten, wenn Mitarbeiter den Nutzen sehen: Nachweis ihrer Leistung, korrekte Reisekostenabrechnung, keine Diskussionen über Arbeitszeiten.

Technische Umsetzung

Smartphone-Anforderungen

Minimum:

  • GPS-fähig
  • Offline-Speicher
  • Aktuelles Betriebssystem
  • Ausreichend Akku

Diensthandy vs. privat:

AspektDiensthandyPrivates Handy
KostenArbeitgeberBring Your Own Device
EinheitlichkeitJaNein
DatenschutzEinfacherKomplexer
AkzeptanzGutManchmal Widerstand

App-Auswahl

Kriterien:

  • iOS und Android
  • Offline-Fähigkeit
  • GPS-Integration
  • Datenschutzkonformität
  • Benutzerfreundlichkeit
  • Support auf Deutsch

Einrichtung

Schritte:

  1. App auf Smartphones installieren
  2. Benutzerkonten einrichten
  3. Projekte/Kunden anlegen
  4. Mitarbeiter schulen
  5. Testphase durchführen

Häufige Fragen zur Außendienst-Zeiterfassung

Eine punktuelle Erfassung des Standorts beim Stempeln ist grundsätzlich zulässig, wenn Sie informiert wurden und es eine Rechtsgrundlage gibt. Eine Dauerüberwachung (permanentes Tracking) ist hingegen nicht zulässig – auch nicht mit Ihrer Einwilligung.
Fahrten zwischen Kunden oder vom Büro zum Kunden sind Arbeitszeit. Die Fahrt von der Wohnung zum ersten Kunden kann wie der normale Arbeitsweg behandelt werden – oder als Arbeitszeit gelten. Das sollte im Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt sein.
Gute Zeiterfassungs-Apps arbeiten offline: Die Buchung wird lokal gespeichert und bei Wiederherstellung der Verbindung synchronisiert. Prüfen Sie vor der Auswahl, ob die App diese Funktion bietet – für den Außendienst ist sie unverzichtbar.
Nein, der Arbeitgeber kann Sie nicht zwingen, Ihr privates Smartphone zu nutzen. Er muss entweder ein Dienstgerät stellen oder eine alternative Erfassungsmethode anbieten. Bei Nutzung des Privatgeräts sollte eine klare Regelung zu Datenschutz und ggf. Kostenerstattung getroffen werden.

Fazit

Zeiterfassung im Außendienst gelingt am besten mit mobilen Apps, die GPS-Standorte bei Buchungen erfassen und offline funktionieren. Die Erfassung muss transparent sein – Mitarbeiter müssen wissen, welche Daten erhoben werden. Dauerüberwachung ist nicht zulässig. Reisezeiten gehören oft zur Arbeitszeit und sollten klar geregelt sein. Mit der richtigen Lösung profitieren alle: Mitarbeiter haben einen Nachweis ihrer Arbeit, Arbeitgeber verlässliche Daten für Abrechnung und Planung.

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