Überstundenrechner: Mehrarbeit online berechnen
Wie viele Überstunden haben Sie tatsächlich geleistet? Mit dem Überstundenrechner berechnen Sie Ihre Mehrarbeit und verstehen die Berechnung dahinter.
Das Wichtigste in Kürze
- Überstunden sind Arbeitsstunden über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus
- Die Berechnung erfolgt durch Vergleich von Soll- und Ist-Arbeitszeit
- Überstunden können durch Freizeit oder Bezahlung ausgeglichen werden
- Eine korrekte Dokumentation ist für den Nachweis unerlässlich
- Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die maximale Arbeitszeit auf 10 Stunden täglich
So funktioniert die Überstundenberechnung
Grundformel
Die Berechnung ist im Kern einfach:
Überstunden = Ist-Arbeitszeit - Soll-Arbeitszeit
Beispiel Tagesberechnung:
- Soll-Arbeitszeit: 8 Stunden
- Ist-Arbeitszeit: 9,5 Stunden
- Überstunden: 1,5 Stunden
Wochenberechnung
| Tag | Soll | Ist | Differenz |
|---|---|---|---|
| Montag | 8:00 | 9:30 | +1:30 |
| Dienstag | 8:00 | 8:15 | +0:15 |
| Mittwoch | 8:00 | 7:45 | -0:15 |
| Donnerstag | 8:00 | 8:45 | +0:45 |
| Freitag | 8:00 | 9:00 | +1:00 |
| Summe | 40:00 | 43:15 | +3:15 |
Monatsberechnung
Bei der Monatsberechnung gilt:
Formel:
Monatliche Soll-Stunden = Wochenstunden × 4,33
Beispiel bei 40-Stunden-Woche:
- Monatliche Soll-Stunden: 40 × 4,33 = 173,2 Stunden
- Tatsächlich gearbeitet: 185 Stunden
- Überstunden: 11,8 Stunden
Berechnungsbeispiele
Beispiel 1: Vollzeit mit regelmäßiger Mehrarbeit
Situation:
- Arbeitsvertrag: 40 Stunden/Woche
- Tatsächlich: durchschnittlich 44 Stunden/Woche
Berechnung pro Monat:
- Soll: 40 × 4,33 = 173,2 Stunden
- Ist: 44 × 4,33 = 190,5 Stunden
- Überstunden: 17,3 Stunden/Monat
Pro Jahr: 17,3 × 12 = 207,6 Überstunden
Beispiel 2: Teilzeit mit schwankender Arbeitszeit
Situation:
- Arbeitsvertrag: 25 Stunden/Woche
- Schwankende Ist-Arbeitszeit
Monat mit Überstunden:
- Soll: 25 × 4,33 = 108,25 Stunden
- Ist: 120 Stunden
- Überstunden: 11,75 Stunden
Monat mit Minusstunden:
- Soll: 108,25 Stunden
- Ist: 100 Stunden
- Minusstunden: -8,25 Stunden
Beispiel 3: Gleitzeit mit Kernarbeitszeit
Situation:
- Wochenarbeitszeit: 38,5 Stunden
- Gleitzeit mit Kernzeit 10-15 Uhr
Besonderheit: Bei Gleitzeit werden Plus- und Minusstunden zunächst auf dem Gleitzeitkonto verrechnet. Erst wenn ein definierter Höchststand überschritten wird, gelten Stunden als echte Überstunden.
Beispiel:
- Gleitzeitkonto-Grenze: +20 Stunden
- Aktueller Stand: +25 Stunden
- Echte Überstunden: 5 Stunden (über der Grenze)
Tipp
Prüfen Sie Ihre Betriebsvereinbarung oder Ihren Arbeitsvertrag: Dort ist oft geregelt, ab wann Plusstunden als Überstunden gelten und wie sie ausgeglichen werden.
Überstundenvergütung berechnen
Stundenlohn ermitteln
Formel:
Stundenlohn = Bruttomonatsgehalt / (Wochenstunden × 4,33)
Beispiel:
- Bruttogehalt: 3.500 €
- Wochenstunden: 40
- Stundenlohn: 3.500 / (40 × 4,33) = 20,21 €
Überstundenvergütung ohne Zuschlag
Berechnung:
- 10 Überstunden × 20,21 € = 202,10 € brutto
Überstundenvergütung mit Zuschlag
Viele Tarifverträge und Arbeitsverträge sehen Zuschläge vor.
Typische Zuschläge:
- Überstundenzuschlag: 25%
- Sonntagszuschlag: 50%
- Feiertagszuschlag: 100-150%
- Nachtzuschlag: 25%
Beispiel mit 25% Zuschlag:
- Grundvergütung: 20,21 €
- Zuschlag (25%): 5,05 €
- Gesamt pro Überstunde: 25,26 €
- 10 Überstunden: 252,60 € brutto
Steuerliche Behandlung
Reguläre Überstundenvergütung:
- Voll steuerpflichtig
- Sozialversicherungspflichtig
Steuerfreie Zuschläge (unter Bedingungen):
- Sonntagszuschlag: bis 50% steuerfrei
- Feiertagszuschlag: bis 125% steuerfrei
- Nachtarbeitszuschlag: bis 25% (23-6 Uhr) bzw. 40% (0-4 Uhr) steuerfrei
Gesetzliche Grenzen beachten
Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die Arbeitszeit.
Tägliche Höchstarbeitszeit:
- Regelfall: 8 Stunden
- Ausnahme: bis 10 Stunden (bei Ausgleich innerhalb von 6 Monaten)
Wöchentliche Höchstarbeitszeit:
- Durchschnittlich 48 Stunden (bei 6 Werktagen)
- Kurzzeitig bis 60 Stunden möglich
Beispielrechnung maximale Überstunden:
- Maximale Wochenstunden: 48 (Durchschnitt)
- Vertragliche Stunden: 40
- Maximale Überstunden: 8 pro Woche (Durchschnitt)
Pausen und Ruhezeiten
Pausenpflicht:
- Nach 6 Stunden: mindestens 30 Minuten
- Nach 9 Stunden: mindestens 45 Minuten
Ruhezeit:
- Mindestens 11 Stunden zwischen zwei Arbeitstagen
Hinweis
Bei der Überstundenberechnung müssen Pausen von der Ist-Arbeitszeit abgezogen werden. Nur die tatsächliche Arbeitszeit zählt.
Überstundenausgleich
Freizeitausgleich
Vorteile:
- Keine zusätzlichen Lohnkosten
- Mitarbeiter erhält freie Zeit
- Arbeitszeitkonto wird ausgeglichen
Berechnung:
- 1 Überstunde = 1 Stunde Freizeit (oder mit Zuschlag mehr)
Beispiel mit 25% Zuschlag:
- 8 Überstunden × 1,25 = 10 Stunden Freizeitanspruch
Auszahlung
Wann üblich:
- Kündigung (Resturlaub und Überstunden)
- Überschreitung des Gleitzeitkontos
- Vertragliche Vereinbarung
Berechnung: Wie oben gezeigt: Stundenlohn × Überstunden × (1 + Zuschlag)
Verfall von Überstunden
Achtung bei Fristen:
- Tarifverträge: oft 3-6 Monate Ausschlussfrist
- Arbeitsverträge: häufig Verfallklauseln
- Gesetzlich: 3 Jahre Verjährung (§ 195 BGB)
Dokumentation der Überstunden
Was muss dokumentiert werden?
Pflichtangaben:
- Datum
- Beginn und Ende der Arbeitszeit
- Pausenzeiten
- Nettoarbeitszeit
Empfehlenswert zusätzlich:
- Grund für Überstunden
- Genehmigung durch Vorgesetzten
- Art des geplanten Ausgleichs
Beweislast
Grundsatz: Der Arbeitnehmer muss nachweisen, dass er Überstunden geleistet hat.
Erforderlicher Nachweis:
- Dokumentation der Arbeitszeit
- Anordnung oder Duldung durch Arbeitgeber
- Betriebliche Notwendigkeit
Tipp
Führen Sie eine eigene Aufzeichnung Ihrer Arbeitszeiten, auch wenn Ihr Arbeitgeber ein System nutzt. Im Streitfall haben Sie so einen eigenen Nachweis.
Typische Fehler bei der Berechnung
Fehler 1: Pausen nicht abgezogen
Falsch:
- Ankunft: 8:00 Uhr
- Feierabend: 18:00 Uhr
- Arbeitszeit: 10 Stunden
Richtig:
- Ankunft: 8:00 Uhr
- Feierabend: 18:00 Uhr
- Pause: 1 Stunde
- Arbeitszeit: 9 Stunden
Fehler 2: Monat falsch berechnet
Falsch:
- 40 Stunden × 4 Wochen = 160 Stunden/Monat
Richtig:
- 40 Stunden × 4,33 Wochen = 173,2 Stunden/Monat
Der Faktor 4,33 ergibt sich aus 52 Wochen / 12 Monate.
Fehler 3: Minusstunden ignoriert
Bei Gleitzeitkonten müssen Minusstunden berücksichtigt werden.
Beispiel:
- Januar: +15 Stunden
- Februar: -5 Stunden
- Saldo: +10 Stunden (nicht +15!)
Häufige Fragen zum Überstundenrechner
Fazit
Die Berechnung von Überstunden ist mit der richtigen Formel einfach: Ist-Arbeitszeit minus Soll-Arbeitszeit. Achten Sie darauf, Pausen korrekt abzuziehen und den richtigen Monatsfaktor (4,33) zu verwenden. Dokumentieren Sie Ihre Arbeitszeit sorgfältig, um im Streitfall einen Nachweis zu haben.
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