Billable Hours: Abrechenbare Stunden erfassen
Für Agenturen, Beratungsunternehmen und Freiberufler sind abrechenbare Stunden die Grundlage der Einnahmen. Die korrekte Erfassung von Billable Hours entscheidet über Profitabilität und Kundenbeziehungen. Dieses System richtig aufzusetzen, ist eine der wichtigsten Aufgaben.
Das Wichtigste in Kürze
- Billable Hours sind Stunden, die dem Kunden in Rechnung gestellt werden
- Eine klare Definition hilft bei Abgrenzung und Kommunikation
- Die Erfassung sollte zeitnah erfolgen, nicht nachträglich rekonstruiert
- Nicht-abrechenbare Zeit muss ebenfalls erfasst werden (für interne Auswertungen)
- Transparenz gegenüber Kunden schafft Vertrauen
Was sind Billable Hours?
Definition
Billable Hours (abrechenbare Stunden) sind Arbeitszeiten, die:
- Direkt einem Kundenprojekt zugeordnet werden
- Vom Kunden bezahlt werden
- In der Rechnung ausgewiesen werden
Abgrenzung zu Non-Billable Hours
| Billable Hours | Non-Billable Hours |
|---|---|
| Kundenarbeit | Interne Meetings |
| Projektbezogen | Akquise/Vertrieb |
| Fakturierbar | Verwaltung |
| Direkte Wertschöpfung | Indirekte Tätigkeiten |
Typische abrechenbare Tätigkeiten
Je nach Branche unterschiedlich:
Beratung:
- Kundenmeetings
- Analyse und Konzeption
- Präsentationen
- Dokumentation
Agentur:
- Kreativarbeit
- Design und Entwicklung
- Texterstellung
- Kundenkommunikation (je nach Vereinbarung)
IT/Softwareentwicklung:
- Programmierung
- Testing
- Code-Reviews
- Kundensupport (wenn vereinbart)
Billable vs. Non-Billable definieren
Interne Richtlinien erstellen
Klare Regeln für das Team:
- Liste abrechenbarer Tätigkeiten erstellen
- Grenzfälle definieren (z.B. Reisezeit, E-Mails)
- Rundungsregeln festlegen
- Minimale Einheit definieren (15 Min, 30 Min)
Typische Grenzfälle
| Tätigkeit | Übliche Handhabung |
|---|---|
| Reisezeit zum Kunden | Oft 50% oder nach Vereinbarung |
| E-Mail-Kommunikation | Wenn projektbezogen: Ja |
| Interne Abstimmung zum Projekt | Oft nein oder anteilig |
| Fehlerkorrektur eigener Fehler | Meist nein |
| Wartung/Support | Nach Vertrag |
Kundenvereinbarung
Mit dem Kunden klären:
- Was wird abgerechnet, was nicht?
- Welche Tätigkeiten sind inklusive?
- Wie wird Zeit erfasst und kommuniziert?
- Gibt es ein Budget-Limit?
Abrechenbare Stunden im Blick
MyTimeTracker unterscheidet automatisch zwischen billable und non-billable Zeit – für korrekte Abrechnungen.
- Sofort einsatzbereit
- DSGVO-konform
- Keine Einrichtung nötig
Erfassung von Billable Hours
Zeitnahe Erfassung
Die goldene Regel: Sofort erfassen, nicht rekonstruieren.
Warum zeitnah?
- Genauere Zeiten
- Weniger vergessene Stunden
- Höhere Abrechnungsquote
- Bessere Projektplanung
Erfassungsmethoden
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Timer/Stoppuhr | Exakt, einfach | Kann vergessen werden |
| Zeitblöcke eintragen | Schnell | Weniger präzise |
| Kalender-Import | Automatisiert | Nur für Meetings |
| Automatisches Tracking | Lückenlos | Datenschutz-Bedenken |
Mindestdokumentation
Für jede Buchung festhalten:
- Datum und Uhrzeit (Start und Ende)
- Projekt/Kunde
- Tätigkeit (kurze Beschreibung)
- Billable: Ja/Nein
- Dauer (in Stunden oder Minuten)
Rundungsregeln
Übliche Praktiken:
- Auf 15 Minuten runden: Standard in vielen Branchen
- Auf 6 Minuten runden: Anwälte (Zehntel-Stunden)
- Exakt auf die Minute: Bei sehr hohen Stundensätzen
Wichtig: Rundungsregeln mit dem Kunden vereinbaren.
Billable-Rate optimieren
Was ist die Billable Rate?
Die Billable Rate zeigt, wie viel der Arbeitszeit abrechenbar ist:
Billable Rate = Abrechenbare Stunden / Gesamte Arbeitszeit × 100
Benchmarks nach Branche
| Branche | Typische Billable Rate |
|---|---|
| Anwaltskanzlei | 60-80% |
| Beratung | 65-85% |
| Agentur | 55-70% |
| IT-Dienstleister | 60-75% |
Billable Rate verbessern
Mögliche Maßnahmen:
- Effizienz steigern: Weniger Zeit für interne Prozesse
- Scope klar definieren: Weniger unbezahlte Zusatzarbeit
- Administrative Aufgaben reduzieren: Automatisierung nutzen
- Akquise outsourcen: Mehr Zeit für Kundenarbeit
Nicht empfohlen:
- Zeiten „aufblasen"
- Kunden zu viel berechnen
- Notwendige interne Arbeit vernachlässigen
Billable Rate analysieren
MyTimeTracker zeigt Ihre Billable Rate pro Mitarbeiter und Projekt – für datenbasierte Entscheidungen.
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Kommunikation mit dem Kunden
Stundennachweis
Ein professioneller Stundennachweis enthält:
- Datum der Tätigkeit
- Beschreibung der Arbeit
- Dauer in Stunden
- Ggf. Mitarbeiter
- Summe pro Zeitraum
Transparenz schaffen
Best Practices:
- Regelmäßige Updates (wöchentlich oder monatlich)
- Proaktive Kommunikation bei Budget-Annäherung
- Nachvollziehbare Tätigkeitsbeschreibungen
- Bereitschaft zur Erklärung
Umgang mit Rückfragen
Wenn der Kunde Fragen zu Stunden hat:
- Ernst nehmen und zeitnah antworten
- Detailliert erklären, was gemacht wurde
- Bei Fehlern: Korrigieren und entschuldigen
- Aus Feedback lernen
Nicht-abrechenbare Zeit
Warum auch Non-Billable erfassen?
Auch nicht-abrechenbare Zeit sollte erfasst werden:
- Auslastungsplanung: Gesamtarbeitszeit verstehen
- Kostenrechnung: Interne Kosten zuordnen
- Effizienzanalyse: Wo geht Zeit verloren?
- Preiskalkulation: Stundensatz berechnen
Kategorien für Non-Billable
Sinnvolle Unterteilung:
- Intern/Admin: Meetings, Verwaltung, Zeiterfassung
- Marketing/Vertrieb: Akquise, Networking
- Weiterbildung: Schulungen, Lernen
- Overhead: Allgemeine Bürotätigkeiten
- Urlaub/Krank: Abwesenheiten
Tools für Billable Hours
Anforderungen an die Software
Eine gute Projektzeiterfassung sollte bieten:
- Unterscheidung billable/non-billable
- Projekt- und Kundenzuordnung
- Timer-Funktion
- Reporting nach Abrechnungsstatus
- Export für Rechnungsstellung
Integration mit Rechnungsstellung
Im Idealfall:
- Stunden direkt in Rechnung übernehmen
- Automatische Summierung
- Kundenfreundliche Darstellung
- Nachweis als Anhang
Häufige Fragen
Fazit
Die professionelle Erfassung von Billable Hours ist mehr als reine Zeitdokumentation – sie ist die Grundlage für faire Kundenbeziehungen und wirtschaftlichen Erfolg. Eine klare Definition, zeitnahe Erfassung und transparente Kommunikation sind die Schlüssel. Investieren Sie Zeit in ein gutes System, es zahlt sich mehrfach aus: durch korrekte Abrechnungen, zufriedene Kunden und wertvolle Daten für die Unternehmenssteuerung.
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