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Personalakte: Arbeitszeitdokumentation richtig führen

Arbeitszeitdokumentation in der Personalakte: Was gehört hinein, Aufbewahrungsfristen und Datenschutz beachten.

6 Min. Lesezeit
HR-Mitarbeiterin mit Personalakten

Personalakte: Arbeitszeitdokumentation richtig führen

Welche Arbeitszeitdaten gehören in die Personalakte? Und wie lange aufbewahren?

Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitszeitnachweise 2 Jahre aufbewahren (ArbZG)
  • Lohnrelevante Daten 10 Jahre (HGB)
  • Datenschutz beachten (DSGVO)
  • Mitarbeiter haben Einsichtsrecht
  • Digitale Aufbewahrung zulässig

Was gehört zur Dokumentation

Pflichtdokumentation

Was das Gesetz verlangt:

DokumentRechtsgrundlage
Überstunden >8h§ 16 ArbZG
Sonntagsarbeit§ 16 ArbZG
Feiertagsarbeit§ 16 ArbZG
Nachtarbeit (wenn relevant)ArbZG
PausenzeitenNachweis Einhaltung

Erweiterte Dokumentation

Was sinnvoll ist:

  • Vollständige Arbeitszeiten – Beginn, Ende, Pausen
  • Abwesenheiten – Urlaub, Krankheit, Sonderurlaub
  • Überstundenkonten – Auf- und Abbau
  • Genehmigungen – Überstunden, Urlaub
  • Änderungen – Korrekturen mit Grund

Was nicht zur Arbeitszeit gehört

Trennung beachten:

DatenWo dokumentieren
LeistungsbewertungSeparate Akte
AbmahnungenPersonalakte, nicht Zeiterfassung
KrankheitsgrundNicht erfassen
Private TermineNicht dokumentieren

Rechtssichere Dokumentation

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Aufbewahrungsfristen

Gesetzliche Fristen

Was wie lange:

DokumentFristGrundlage
Arbeitszeitnachweise2 Jahre§ 16 ArbZG
Lohnunterlagen10 Jahre§§ 147 AO, 257 HGB
Urlaubsunterlagen3 JahreVerjährung
Arbeitsverträge10 Jahre nach EndeHGB, BGB

Praktische Umsetzung

Fristberechnung:

  • Arbeitszeitnachweise – 2 Jahre ab Ende Kalenderjahr
  • Lohnunterlagen – 10 Jahre ab Ende Kalenderjahr
  • Bei Rechtsstreit – Bis Abschluss aufbewahren
  • Im Zweifel – Länger aufbewahren

Nach Ablauf der Frist

Was tun:

SituationMaßnahme
Frist abgelaufenVernichten
Kein StreitLöschen erlaubt
Laufender StreitWeiter aufbewahren
Freiwillig längerZulässig

Datenschutz

DSGVO-Anforderungen

Was beachten:

AnforderungUmsetzung
ZweckbindungNur für Arbeitszeit nutzen
DatenminimierungNur Nötiges erfassen
SpeicherbegrenzungNach Frist löschen
ZugangNur Berechtigte
TransparenzMitarbeiter informieren

Mitarbeiterrechte

Was Mitarbeiter dürfen:

  • Auskunft – Welche Daten gespeichert?
  • Einsicht – Daten einsehen
  • Berichtigung – Fehler korrigieren lassen
  • Löschung – Nach Fristablauf
  • Kopie – Der eigenen Daten

Zugriffskontrolle

Wer darf was sehen:

RolleZugriff
MitarbeiterEigene Daten
FührungskraftTeam-Übersicht (eingeschränkt)
HRAlle Mitarbeiter
BetriebsratNach Vereinbarung
ExternNur bei Berechtigung (Prüfer)

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Digitale Aufbewahrung

Anforderungen

Was erfüllt sein muss:

AnforderungBedeutung
UnveränderbarNachträgliche Änderung erkennbar
VollständigAlle Daten erhalten
LesbarAuch nach Jahren
VerfügbarBei Prüfung abrufbar
GesichertBackup vorhanden

Revisionssicherheit

Was das bedeutet:

  • Protokollierung – Wer hat wann was geändert
  • Versionierung – Ursprung nachvollziehbar
  • Archivierung – Langfristig lesbar
  • Zugriffsschutz – Keine unbefugte Änderung
  • Prüfbarkeit – Bei Audit verfügbar

Cloud vs. Lokal

Beide Varianten möglich:

AspektCloudLokal
VerfügbarkeitHochSelbst verantwortlich
BackupAutomatischSelbst organisieren
DatenschutzAnbieter prüfenEigene Kontrolle
KostenLaufendAnfangsinvestition

Organisation

Ordnungsstruktur

Wie organisieren:

  • Pro Mitarbeiter – Eigener Ordner/Bereich
  • Chronologisch – Nach Jahr/Monat
  • Thematisch – Arbeitszeit, Urlaub, etc.
  • Zugriffsberechtigt – Wer darf was sehen

Papier und Digital

Hybride Systeme:

SituationEmpfehlung
Alles digitalIdeal, weniger Aufwand
PapierbelegeEinscannen, Original aufbewahren
UnterschriftenDigital oder eingescannt
PrüfungenAusdrucke auf Anfrage

Vernichtung

Wenn Frist abgelaufen:

MediumVernichtung
PapierSchredder (Stufe P-4 oder höher)
DigitalSichere Löschung
BackupAuch dort löschen
ProtokollierenVernichtung dokumentieren

Sonderfälle

Bei Kündigung

Was beachten:

ZeitpunktMaßnahme
Bei KündigungAlle Daten sichern
Bis FristablaufAufbewahren
ZeugnisArbeitszeiten ggf. relevant
RechtsstreitNicht löschen

Bei Betriebsübergang

Dokumentation geht mit:

  • Personalakten – Gehen auf Erwerber über
  • Arbeitszeitdaten – Übergabe erforderlich
  • Datenschutz – Information der Mitarbeiter
  • Fristen – Laufen weiter

Bei Betriebsprüfung

Vorbereitung:

VorbereitungMaßnahme
ZugriffDaten schnell verfügbar
FormatPrüfertauglich (PDF, Excel)
VollständigkeitAlle Zeiträume vorhanden
AnsprechpartnerWer erklärt die Daten

Häufige Fragen

Fazit

Die Arbeitszeitdokumentation in der Personalakte erfordert Sorgfalt: richtige Inhalte, Einhaltung der Fristen, Datenschutz und sichere Aufbewahrung. Digitale Systeme machen vieles einfacher – wenn sie revisionssicher sind. Mitarbeiter haben Rechte auf Einsicht und Auskunft. Nach Ablauf der Fristen: vernichten. Die Dokumentation schützt beide Seiten – bei Prüfungen und bei Streitigkeiten.

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