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Zeiterfassung für Lohnabrechnung: Daten exportieren

Zeiterfassung für Lohnabrechnung: So exportieren Sie Arbeitszeitdaten korrekt für Gehalt, Überstunden und Zuschläge.

6 Min. Lesezeit
Lohnabrechnung mit Arbeitszeitdaten

Zeiterfassung für Lohnabrechnung: Daten exportieren

Am Monatsende wird es ernst: Die Arbeitszeitdaten müssen in die Lohnabrechnung. Wie exportiert man sie richtig? Welche Daten braucht der Steuerberater? Und wie vermeidet man Fehler?

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die Lohnabrechnung werden Arbeitsstunden, Überstunden und Abwesenheiten benötigt
  • DATEV ist das Standardformat für deutsche Steuerberater
  • Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit müssen separat ausgewiesen sein
  • Monatliche Abstimmung vor dem Export verhindert Korrekturen
  • Automatisierte Exporte sparen Zeit und reduzieren Fehler

Welche Daten braucht die Lohnabrechnung?

Grunddaten pro Mitarbeiter

Zwingend erforderlich:

  • Personalnummer
  • Name
  • Arbeitstage im Monat
  • Gesamtstunden

Je nach Abrechnungsmodell:

  • Soll-Stunden
  • Ist-Stunden
  • Differenz (Über-/Minderstunden)

Überstunden

Zu dokumentieren:

  • Anzahl Überstunden
  • Zuschlagspflichtige Überstunden
  • Zeitraum der Entstehung

Wichtig: Trennung zwischen regulären Stunden und Mehrarbeit.

Abwesenheiten

Für die Lohnabrechnung relevant:

AbwesenheitAuswirkung
UrlaubUrlaubsentgelt
KrankheitEntgeltfortzahlung
FeiertagFeiertagsentgelt
ElternzeitKein Entgelt vom AG
UnbezahltKein Entgelt

Zuschläge

Typische Zuschlagsarten:

  • Nachtarbeitszuschlag (steuerfrei bis 25%)
  • Sonntagszuschlag (steuerfrei bis 50%)
  • Feiertagszuschlag (steuerfrei bis 125%)
  • Überstundenzuschlag (steuerpflichtig)

Im Export: Stunden pro Zuschlagsart separat ausweisen.

Tipp

Stimmen Sie mit Ihrem Steuerberater ab, welche Daten er in welchem Format benötigt. Das verhindert Rückfragen und Korrekturen.

Export-Formate

DATEV-Export

Der Standard:

  • 90% der Steuerberater nutzen DATEV
  • Etabliertes Format
  • Direkte Übernahme möglich

Enthält:

  • Personalnummer
  • Abrechnungsmonat
  • Lohnarten (Stunden, Zuschläge)
  • Beträge oder Stunden

CSV/Excel-Export

Flexibler:

  • Eigene Spalten definieren
  • Für individuelle Auswertungen
  • Weiterbearbeitung möglich

Typische Spalten:

Personalnummer | Name | Arbeitstage | Stunden | Überstunden | Urlaub | Krank

ASCII/Text-Export

Für ältere Systeme:

  • Festgelegtes Format
  • Keine Formatierung
  • Maschinenlesbar

PDF-Reports

Für Dokumentation:

  • Übersichtlich
  • Archivierbar
  • Nicht für Import geeignet

Ablauf: Monatliche Datenübergabe

Schritt 1: Monat abschließen

Vor dem Export prüfen: ☐ Alle Mitarbeiter haben gestempelt ☐ Fehlende Buchungen nachgetragen ☐ Abwesenheiten korrekt erfasst ☐ Korrekturen durchgeführt

Schritt 2: Daten prüfen

Plausibilitätsprüfung:

  • Stimmen die Summen?
  • Gibt es Ausreißer?
  • Fehlen Mitarbeiter?
  • Sind alle Abwesenheiten drin?

Schritt 3: Export erstellen

Einstellungen:

  • Zeitraum wählen (Monat)
  • Format wählen (DATEV, CSV)
  • Inhalte auswählen
  • Export starten

Schritt 4: Übergabe

An Steuerberater:

  • Per E-Mail (verschlüsselt)
  • Über DATEV Unternehmen Online
  • Per Cloud-Ordner
  • Persönlich (USB-Stick)

Schritt 5: Rückfragen klären

Falls nötig:

  • Unklare Buchungen erläutern
  • Korrekturen vornehmen
  • Nächsten Monat verbessern

Typische Probleme und Lösungen

Problem: Fehlende Buchungen

Symptom: Mitarbeiter hat weniger Stunden als erwartet.

Ursache: Vergessene Stempelungen.

Lösung:

  • Vor Monatsende prüfen
  • Nachträge ermöglichen
  • Erinnerungsfunktion nutzen

Problem: Falsche Zuschläge

Symptom: Nachtarbeit nicht als solche erkannt.

Ursache: Systemeinstellung falsch.

Lösung:

  • Nachtzeit korrekt definieren (23-6 Uhr)
  • Feiertage im System pflegen
  • Sonntagserkennung prüfen

Problem: Unstimmige Summen

Symptom: Zeiterfassung und Lohnabrechnung zeigen unterschiedliche Stunden.

Ursache: Verschiedene Berechnungslogiken, Rundungen.

Lösung:

  • Berechnungsmethode angleichen
  • Rundungsregeln klären
  • Dokumentieren

Problem: Format-Inkompatibilität

Symptom: Lohnsoftware kann Export nicht lesen.

Ursache: Falsches Format oder falsche Einstellungen.

Lösung:

  • Format mit Steuerberater abstimmen
  • Testexport vor dem ersten echten Export
  • Alternative Formate nutzen

Hinweis

Viele Probleme entstehen durch mangelnde Abstimmung. Klären Sie einmal gründlich, was Ihr Steuerberater braucht – dann läuft es jeden Monat reibungslos.

Zuschläge korrekt exportieren

Nachtarbeitszuschlag

Steuerfrei bis 25%:

  • Arbeit zwischen 23:00 und 6:00 Uhr
  • Muss separat ausgewiesen werden
  • Basis: Grundstundenlohn

Im Export: Separate Zeile oder Spalte für Nachtstunden.

Sonntagszuschlag

Steuerfrei bis 50%:

  • Arbeit am Sonntag
  • Von 0:00 bis 24:00 Uhr
  • Nicht am Feiertag (höherer Satz)

Im Export: Sonntagsstunden getrennt von Werktagsstunden.

Feiertagszuschlag

Steuerfrei bis 125% (bzw. 150%):

  • Gesetzliche Feiertage
  • Regional unterschiedlich
  • Höchster Zuschlagssatz

Im Export: Feiertagsstunden separat mit Datumsangabe.

Kombination

Beispiel: Sonntag, der ein Feiertag ist

  • Höherer Satz gilt (Feiertag)
  • Nicht kumulieren
  • Korrekt zuordnen

Best Practices

Vor dem Monatsende

Checkliste: ☐ Mitarbeiter erinnern (fehlende Buchungen) ☐ Korrekturen anfordern ☐ Abwesenheiten prüfen ☐ Auffälligkeiten klären

Beim Export

Checkliste: ☐ Zeitraum korrekt ☐ Alle Mitarbeiter enthalten ☐ Format stimmt ☐ Summen plausibel

Nach dem Export

Checkliste: ☐ Export gespeichert/archiviert ☐ An Steuerberater gesendet ☐ Bestätigung erhalten ☐ Bei Rückfragen reagieren

Monatliche Routine

Empfohlener Ablauf:

  1. Letzter Arbeitstag: Erinnerung an Mitarbeiter
  2. 1.-3. des Folgemonats: Korrekturen sammeln
  3. 4.-5.: Export erstellen und prüfen
  4. 5.-7.: An Steuerberater senden
  5. Bis 10.: Rückfragen klären

Automatisierung

Automatischer Export

Möglichkeiten:

  • Zeitgesteuerter Export (jeden 5. des Monats)
  • Automatische E-Mail an Steuerberater
  • Upload in Cloud-Ordner

Vorteile:

  • Kein Vergessen
  • Immer pünktlich
  • Weniger Aufwand

DATEV Unternehmen Online

Direkte Anbindung:

  • Zeiterfassung → DATEV Cloud
  • Steuerberater holt Daten ab
  • Kein manueller Transfer

API-Integration

Für größere Unternehmen:

  • Automatische Übertragung
  • Echtzeit-Daten
  • Individuelle Anpassung

Häufige Fragen zum Lohn-Export

Das hängt vom Steuerberater ab. Typisch sind 5-10 Werktage vor dem gewünschten Abrechnungstermin. Fragen Sie Ihren Steuerberater nach seiner Deadline. Je früher, desto besser – dann bleibt Zeit für Rückfragen.
Ja, für die Lohnabrechnung sollten Überstunden getrennt von regulären Stunden ausgewiesen werden. Bei zuschlagspflichtigen Überstunden (nach Tarifvertrag) ist das sogar zwingend nötig. Die Zeiterfassung sollte diese Trennung automatisch vornehmen können.
Informieren Sie Ihren Steuerberater sofort. Je nach Zeitpunkt kann er die Korrektur noch einarbeiten. Ist die Abrechnung schon erstellt, muss eine Korrekturabrechnung erfolgen. Deshalb: Vor dem Export gründlich prüfen.
Ja, viele Steuerberater akzeptieren auch Excel oder CSV. Stimmen Sie das Format vorher ab. DATEV ist zwar Standard und am effizientesten, aber nicht zwingend. Bei Nicht-DATEV-Formaten hat der Steuerberater möglicherweise mehr Aufwand.

Fazit

Der Export von Zeiterfassungsdaten für die Lohnabrechnung muss nicht kompliziert sein. Wichtig sind: das richtige Format (meist DATEV), vollständige Daten (Stunden, Zuschläge, Abwesenheiten) und ein klarer monatlicher Prozess. Mit guter Abstimmung und eventuell Automatisierung wird die Lohnübergabe zur Routine.

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