Zeiterfassung für Lohnabrechnung: Daten exportieren
Am Monatsende wird es ernst: Die Arbeitszeitdaten müssen in die Lohnabrechnung. Wie exportiert man sie richtig? Welche Daten braucht der Steuerberater? Und wie vermeidet man Fehler?
Das Wichtigste in Kürze
- Für die Lohnabrechnung werden Arbeitsstunden, Überstunden und Abwesenheiten benötigt
- DATEV ist das Standardformat für deutsche Steuerberater
- Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit müssen separat ausgewiesen sein
- Monatliche Abstimmung vor dem Export verhindert Korrekturen
- Automatisierte Exporte sparen Zeit und reduzieren Fehler
Welche Daten braucht die Lohnabrechnung?
Grunddaten pro Mitarbeiter
Zwingend erforderlich:
- Personalnummer
- Name
- Arbeitstage im Monat
- Gesamtstunden
Je nach Abrechnungsmodell:
- Soll-Stunden
- Ist-Stunden
- Differenz (Über-/Minderstunden)
Überstunden
Zu dokumentieren:
- Anzahl Überstunden
- Zuschlagspflichtige Überstunden
- Zeitraum der Entstehung
Wichtig: Trennung zwischen regulären Stunden und Mehrarbeit.
Abwesenheiten
Für die Lohnabrechnung relevant:
| Abwesenheit | Auswirkung |
|---|---|
| Urlaub | Urlaubsentgelt |
| Krankheit | Entgeltfortzahlung |
| Feiertag | Feiertagsentgelt |
| Elternzeit | Kein Entgelt vom AG |
| Unbezahlt | Kein Entgelt |
Zuschläge
Typische Zuschlagsarten:
- Nachtarbeitszuschlag (steuerfrei bis 25%)
- Sonntagszuschlag (steuerfrei bis 50%)
- Feiertagszuschlag (steuerfrei bis 125%)
- Überstundenzuschlag (steuerpflichtig)
Im Export: Stunden pro Zuschlagsart separat ausweisen.
Tipp
Stimmen Sie mit Ihrem Steuerberater ab, welche Daten er in welchem Format benötigt. Das verhindert Rückfragen und Korrekturen.
Export-Formate
DATEV-Export
Der Standard:
- 90% der Steuerberater nutzen DATEV
- Etabliertes Format
- Direkte Übernahme möglich
Enthält:
- Personalnummer
- Abrechnungsmonat
- Lohnarten (Stunden, Zuschläge)
- Beträge oder Stunden
CSV/Excel-Export
Flexibler:
- Eigene Spalten definieren
- Für individuelle Auswertungen
- Weiterbearbeitung möglich
Typische Spalten:
Personalnummer | Name | Arbeitstage | Stunden | Überstunden | Urlaub | Krank
ASCII/Text-Export
Für ältere Systeme:
- Festgelegtes Format
- Keine Formatierung
- Maschinenlesbar
PDF-Reports
Für Dokumentation:
- Übersichtlich
- Archivierbar
- Nicht für Import geeignet
Ablauf: Monatliche Datenübergabe
Schritt 1: Monat abschließen
Vor dem Export prüfen: ☐ Alle Mitarbeiter haben gestempelt ☐ Fehlende Buchungen nachgetragen ☐ Abwesenheiten korrekt erfasst ☐ Korrekturen durchgeführt
Schritt 2: Daten prüfen
Plausibilitätsprüfung:
- Stimmen die Summen?
- Gibt es Ausreißer?
- Fehlen Mitarbeiter?
- Sind alle Abwesenheiten drin?
Schritt 3: Export erstellen
Einstellungen:
- Zeitraum wählen (Monat)
- Format wählen (DATEV, CSV)
- Inhalte auswählen
- Export starten
Schritt 4: Übergabe
An Steuerberater:
- Per E-Mail (verschlüsselt)
- Über DATEV Unternehmen Online
- Per Cloud-Ordner
- Persönlich (USB-Stick)
Schritt 5: Rückfragen klären
Falls nötig:
- Unklare Buchungen erläutern
- Korrekturen vornehmen
- Nächsten Monat verbessern
Typische Probleme und Lösungen
Problem: Fehlende Buchungen
Symptom: Mitarbeiter hat weniger Stunden als erwartet.
Ursache: Vergessene Stempelungen.
Lösung:
- Vor Monatsende prüfen
- Nachträge ermöglichen
- Erinnerungsfunktion nutzen
Problem: Falsche Zuschläge
Symptom: Nachtarbeit nicht als solche erkannt.
Ursache: Systemeinstellung falsch.
Lösung:
- Nachtzeit korrekt definieren (23-6 Uhr)
- Feiertage im System pflegen
- Sonntagserkennung prüfen
Problem: Unstimmige Summen
Symptom: Zeiterfassung und Lohnabrechnung zeigen unterschiedliche Stunden.
Ursache: Verschiedene Berechnungslogiken, Rundungen.
Lösung:
- Berechnungsmethode angleichen
- Rundungsregeln klären
- Dokumentieren
Problem: Format-Inkompatibilität
Symptom: Lohnsoftware kann Export nicht lesen.
Ursache: Falsches Format oder falsche Einstellungen.
Lösung:
- Format mit Steuerberater abstimmen
- Testexport vor dem ersten echten Export
- Alternative Formate nutzen
Hinweis
Viele Probleme entstehen durch mangelnde Abstimmung. Klären Sie einmal gründlich, was Ihr Steuerberater braucht – dann läuft es jeden Monat reibungslos.
Zuschläge korrekt exportieren
Nachtarbeitszuschlag
Steuerfrei bis 25%:
- Arbeit zwischen 23:00 und 6:00 Uhr
- Muss separat ausgewiesen werden
- Basis: Grundstundenlohn
Im Export: Separate Zeile oder Spalte für Nachtstunden.
Sonntagszuschlag
Steuerfrei bis 50%:
- Arbeit am Sonntag
- Von 0:00 bis 24:00 Uhr
- Nicht am Feiertag (höherer Satz)
Im Export: Sonntagsstunden getrennt von Werktagsstunden.
Feiertagszuschlag
Steuerfrei bis 125% (bzw. 150%):
- Gesetzliche Feiertage
- Regional unterschiedlich
- Höchster Zuschlagssatz
Im Export: Feiertagsstunden separat mit Datumsangabe.
Kombination
Beispiel: Sonntag, der ein Feiertag ist
- Höherer Satz gilt (Feiertag)
- Nicht kumulieren
- Korrekt zuordnen
Best Practices
Vor dem Monatsende
Checkliste: ☐ Mitarbeiter erinnern (fehlende Buchungen) ☐ Korrekturen anfordern ☐ Abwesenheiten prüfen ☐ Auffälligkeiten klären
Beim Export
Checkliste: ☐ Zeitraum korrekt ☐ Alle Mitarbeiter enthalten ☐ Format stimmt ☐ Summen plausibel
Nach dem Export
Checkliste: ☐ Export gespeichert/archiviert ☐ An Steuerberater gesendet ☐ Bestätigung erhalten ☐ Bei Rückfragen reagieren
Monatliche Routine
Empfohlener Ablauf:
- Letzter Arbeitstag: Erinnerung an Mitarbeiter
- 1.-3. des Folgemonats: Korrekturen sammeln
- 4.-5.: Export erstellen und prüfen
- 5.-7.: An Steuerberater senden
- Bis 10.: Rückfragen klären
Automatisierung
Automatischer Export
Möglichkeiten:
- Zeitgesteuerter Export (jeden 5. des Monats)
- Automatische E-Mail an Steuerberater
- Upload in Cloud-Ordner
Vorteile:
- Kein Vergessen
- Immer pünktlich
- Weniger Aufwand
DATEV Unternehmen Online
Direkte Anbindung:
- Zeiterfassung → DATEV Cloud
- Steuerberater holt Daten ab
- Kein manueller Transfer
API-Integration
Für größere Unternehmen:
- Automatische Übertragung
- Echtzeit-Daten
- Individuelle Anpassung
Häufige Fragen zum Lohn-Export
Fazit
Der Export von Zeiterfassungsdaten für die Lohnabrechnung muss nicht kompliziert sein. Wichtig sind: das richtige Format (meist DATEV), vollständige Daten (Stunden, Zuschläge, Abwesenheiten) und ein klarer monatlicher Prozess. Mit guter Abstimmung und eventuell Automatisierung wird die Lohnübergabe zur Routine.
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