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Zeiterfassung kostenlos: Die besten Gratis-Tools

Zeiterfassung kostenlos: Welche Gratis-Tools gibt es und wo liegen ihre Grenzen? Ehrlicher Überblick über kostenlose Lösungen.

6 Min. Lesezeit
Kostenlose Zeiterfassungs-Tools auf dem Smartphone

Zeiterfassung kostenlos: Die besten Gratis-Tools

Zeiterfassung muss nicht teuer sein. Es gibt zahlreiche kostenlose Lösungen – von Excel-Vorlagen bis zu Cloud-Apps. Doch welche taugen wirklich, und wo stoßen Gratis-Tools an ihre Grenzen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Kostenlose Tools eignen sich für Einzelpersonen und sehr kleine Teams
  • Typische Einschränkungen: Nutzerzahl, Funktionen, Support
  • Excel ist kostenlos, aber nicht rechtskonform und fehleranfällig
  • Freemium-Modelle bieten Einstieg, werden bei Wachstum kostenpflichtig
  • Die rechtlichen Anforderungen lassen sich auch mit Gratis-Tools erfüllen

Arten kostenloser Zeiterfassung

Excel und Google Sheets

Beschreibung: Klassische Tabellenkalkulation für manuelle Zeiterfassung.

Vorteile:

  • Komplett kostenlos (bei vorhandenem Office/Google-Account)
  • Volle Kontrolle über Aufbau
  • Keine Einarbeitungszeit
  • Offline nutzbar (Excel)

Nachteile:

  • Manuelle Eingabe fehleranfällig
  • Keine automatischen Berechnungen (oder komplexe Formeln)
  • Kein Multi-User-Management
  • Keine App, keine Erinnerungen
  • Nicht manipulationssicher

Geeignet für: Einzelunternehmer, Freelancer, vorübergehende Lösung

Kostenlose Apps (Freemium)

Beschreibung: Apps mit kostenlosen Basisversionen und kostenpflichtigen Erweiterungen.

Typische Einschränkungen der Free-Version:

  • Maximal 3-5 Nutzer
  • Keine Berichte/Exporte
  • Keine Integration
  • Werbung
  • Begrenzter Speicher

Vorteile:

  • Sofort nutzbar
  • App für iOS/Android
  • Cloud-basiert
  • Upgrade möglich

Nachteile:

  • Bei Wachstum kostenpflichtig
  • Datenschutz prüfen (oft US-Anbieter)
  • Eingeschränkte Funktionen
  • Support nur per Community

Open-Source-Lösungen

Beschreibung: Software mit offenem Quellcode, die selbst betrieben werden kann.

Vorteile:

  • Keine Lizenzkosten
  • Volle Kontrolle
  • Anpassbar

Nachteile:

  • IT-Know-how erforderlich
  • Eigener Server nötig
  • Wartung in Eigenregie
  • Kein Support

Geeignet für: Technikaffine Unternehmen mit IT-Kapazität

Hinweis

Open-Source bedeutet nicht „ohne Kosten". Server, Wartung und IT-Zeit summieren sich. Für kleine Teams ist eine Cloud-Lösung oft günstiger.

Kostenlose vs. Bezahlte Lösungen

Funktionsvergleich

FunktionKostenlosBezahlt
Zeiterfassung
NutzerzahlBegrenzt (3-5)Unbegrenzt
Berichte/ExportEingeschränktVollständig
Mobile AppOftImmer
Urlaub/AbwesenheitenSeltenStandard
ProjektzeitSeltenOft
SupportCommunityProfessionell
DSGVOPrüfenGarantiert

Wann reicht kostenlos?

Kostenlos reicht, wenn:

  • Einzelperson oder max. 3 Mitarbeiter
  • Nur Grundfunktionen benötigt
  • Keine Integration nötig
  • Datenschutz selbst prüfbar
  • Kein Support nötig

Kostenpflichtig sinnvoll, wenn:

  • Mehr als 5 Mitarbeiter
  • Erweiterte Funktionen gewünscht
  • Integration (Lohn, HR) nötig
  • DSGVO-Konformität wichtig
  • Professioneller Support gewünscht

Kostenrechnung

Beispiel: 5 Mitarbeiter

Kostenlose Lösung (Excel):

  • Software: 0 €
  • Arbeitszeit: 2 Std./Woche × 30 €/Std. = 60 €/Woche
  • Fehlerquote: Schwer bezifferbar
  • Jährlich: ~3.000 € (versteckte Kosten)

Bezahlte Lösung:

  • Software: 5 × 4 € = 20 €/Monat
  • Arbeitszeit: 0,5 Std./Woche = 15 €/Woche
  • Jährlich: ~1.020 €

Tipp

Rechnen Sie Ihre eigene Arbeitszeit ein. Wenn Sie eine Stunde pro Woche mit Excel-Pflege verbringen, lohnt sich eine günstige Cloud-Lösung schnell.

Kostenlose Tools im Überblick

Kategorie: Einfache Timer

Funktionen:

  • Start/Stop-Button
  • Tagesübersicht
  • Einfache Statistik

Einschränkungen:

  • Keine Teammitglieder
  • Kein Export
  • Keine Projektzuordnung

Geeignet für: Freelancer, Selbständige

Kategorie: Team-Tools (Free-Version)

Funktionen:

  • 3-5 Nutzer kostenlos
  • Basis-Zeiterfassung
  • Einfache Berichte

Einschränkungen:

  • Nutzerlimit
  • Werbung oder Branding
  • Kein Support

Geeignet für: Startups, kleine Teams zum Testen

Kategorie: Excel/Sheets

Funktionen:

  • Vollständig anpassbar
  • Bekannte Oberfläche
  • Formeln für Berechnungen

Einschränkungen:

  • Kein Multi-User (echte Zusammenarbeit)
  • Manuell und fehleranfällig
  • Keine Automatisierung

Geeignet für: Einzelpersonen, vorübergehende Lösungen

Rechtliche Anforderungen erfüllen

Mindestanforderungen

Auch kostenlose Tools müssen diese Anforderungen erfüllen:

Dokumentation:

  • Beginn der Arbeitszeit
  • Ende der Arbeitszeit
  • Dauer (Pausen)

Aufbewahrung:

  • Mindestens 2 Jahre
  • Lesbar und zugänglich
  • Vor Manipulation geschützt

Datenschutz:

  • DSGVO-konforme Verarbeitung
  • Serverstandort prüfen (EU)
  • Mitarbeiter informieren

Grenzen von Excel

Probleme bei Prüfungen:

  • Keine Änderungsprotokolle
  • Manipulation leicht möglich
  • Keine Zugriffskontrolle

Empfehlung: Wenn Sie Excel nutzen, exportieren Sie regelmäßig PDFs und archivieren Sie diese. Das schafft eine gewisse Nachweissicherheit.

Tipps für die Auswahl

Checkliste kostenlose Tools

☐ Reicht die Nutzerzahl? ☐ Sind die Kernfunktionen vorhanden? ☐ Wo werden Daten gespeichert (DSGVO)? ☐ Gibt es eine Export-Möglichkeit? ☐ Was kostet der Upgrade-Pfad? ☐ Wie lange gibt es das Tool schon?

Warnsignale

Vorsicht bei:

  • Unbekannte Anbieter ohne Impressum
  • Keine Angaben zum Serverstandort
  • Keine Datenschutzerklärung
  • Sehr aggressive Upgrade-Aufforderungen
  • Keine Möglichkeit zum Datenexport

Migration einplanen

Bei Wachstum:

  • Datenexport prüfen (CSV, Excel)
  • Upgrade-Kosten kalkulieren
  • Wechsel einplanen

Empfehlung: Wählen Sie von Anfang an ein Tool mit fairem Preismodell, auch wenn Sie die Free-Version nutzen. Der Wechsel ist sonst später aufwändig.

Von kostenlos zu bezahlt

Wann upgraden?

Typische Auslöser:

  • Mehr Mitarbeiter als Free-Limit
  • Bedarf an Berichten/Exporten
  • Integration in Lohnabrechnung
  • Professioneller Support gewünscht
  • Erweiterte Funktionen nötig

Was kostet eine Bezahllösung?

Typische Preise (KMU-Markt):

  • Einfache Lösungen: 2-4 €/Nutzer/Monat
  • Standardlösungen: 4-8 €/Nutzer/Monat
  • Umfangreiche Lösungen: 8-15 €/Nutzer/Monat

Beispiel 10 Mitarbeiter:

  • Günstig: 20-40 €/Monat
  • Standard: 40-80 €/Monat
  • Premium: 80-150 €/Monat

Häufige Fragen zu kostenloser Zeiterfassung

Rechtlich ist Excel nicht verboten. Es erfüllt aber nicht alle Anforderungen an Manipulationssicherheit und Nachweisführung. Bei Betriebsprüfungen kann eine Excel-Tabelle kritisch hinterfragt werden. Für kleine Unternehmen mit geringem Risiko ist es akzeptabel, bei wachsendem Team aber nicht empfehlenswert.
Ja, aber mit Einschränkungen. Kostenlose Versionen sind für Einzelpersonen oder sehr kleine Teams gedacht. Bei mehr Nutzern oder erweiterten Funktionen werden Gebühren fällig. Wirklich kostenlos bleibt nur die Eigenentwicklung in Excel – mit den entsprechenden Nachteilen.
Das ist eine wichtige Frage. Prüfen Sie die Datenschutzerklärung: Wo werden Daten gespeichert? Werden sie für Werbung genutzt? Bei US-Anbietern ist besondere Vorsicht geboten. Seriöse Anbieter halten sich an die DSGVO und haben Server in der EU.
In den meisten Fällen ja. Schon ab 3-5 Mitarbeitern sparen Sie durch automatische Berechnungen, mobile Erfassung und Fehlerreduktion mehr Zeit, als die Software kostet. Zudem sind Sie rechtlich besser abgesichert.

Fazit

Kostenlose Zeiterfassung hat ihren Platz: Für Einzelpersonen, sehr kleine Teams oder zum Testen einer Lösung. Die Grenzen zeigen sich bei wachsenden Teams, erweiterten Anforderungen und dem Bedarf an professionellem Support. Rechnen Sie versteckte Kosten (eigene Arbeitszeit, Fehler) ein – oft ist eine günstige Cloud-Lösung wirtschaftlicher als „kostenlos".

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