Arbeitszeitkonto führen: Regeln und Tipps
Ein Arbeitszeitkonto sammelt Plus- und Minusstunden über einen längeren Zeitraum. Mitarbeiter können so flexibler arbeiten – mal mehr, mal weniger. Doch es gibt Regeln: Obergrenzen, Ausgleichsfristen und rechtliche Vorgaben.
Das Wichtigste in Kürze
- Arbeitszeitkonto ermöglicht flexible Arbeitszeit
- Obergrenzen für Plus- und Minusstunden festlegen
- Ausgleichszeitraum definieren (z.B. 12 Monate)
- Arbeitszeitgesetz gilt weiterhin
- Regelung in Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung
Was ist ein Arbeitszeitkonto?
Definition
Ein Arbeitszeitkonto ist ein Zeitguthaben-Konto:
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Soll-Arbeitszeit | Vereinbarte Arbeitszeit (z.B. 40 h/Woche) |
| Ist-Arbeitszeit | Tatsächlich gearbeitete Zeit |
| Plusstunden | Ist > Soll (Guthaben) |
| Minusstunden | Ist < Soll (Schulden) |
Abgrenzung
| Arbeitszeitkonto | Überstunden |
|---|---|
| Flexibilität im Rahmen | Angeordnete Mehrarbeit |
| Ausgleich durch Freizeit | Vergütung oder Ausgleich |
| Innerhalb der Soll-Zeit | Über die Soll-Zeit hinaus |
Beispiel
Mitarbeiter mit 40 h/Woche:
| Woche | Gearbeitet | Differenz | Konto |
|---|---|---|---|
| 1 | 42 h | +2 h | +2 h |
| 2 | 38 h | -2 h | 0 h |
| 3 | 45 h | +5 h | +5 h |
| 4 | 35 h | -5 h | 0 h |
→ Über 4 Wochen ausgeglichen, durchschnittlich 40 h.
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Rechtliche Grundlagen
Gesetzliche Vorgaben
Das Arbeitszeitgesetz gilt auch bei Arbeitszeitkonten:
- Max. 10 Stunden täglich (Ausnahme mit Ausgleich)
- Max. 48 Stunden wöchentlich im 6-Monats-Durchschnitt
- Ruhezeiten einhalten
Vereinbarung erforderlich
Arbeitszeitkonten müssen geregelt sein:
| Regelungsort | Inhalt |
|---|---|
| Arbeitsvertrag | Individuelle Vereinbarung |
| Tarifvertrag | Branchenweite Regelung |
| Betriebsvereinbarung | Mit Betriebsrat |
Wichtige Regelungspunkte
Eine Arbeitszeitkonto-Regelung sollte enthalten:
- Obergrenzen (Plus und Minus)
- Ausgleichszeitraum
- Verfallregelungen
- Was passiert bei Kündigung?
Obergrenzen festlegen
Plusstunden-Grenze
Typische Regelungen:
| Grenze | Bedeutung |
|---|---|
| +40 h | Häufig in Unternehmen |
| +100 h | Für größere Schwankungen |
| +200 h | Langzeitkonten |
Bei Überschreitung: Auszahlung, Gleittage, oder kein weiterer Aufbau
Minusstunden-Grenze
Typische Regelungen:
| Grenze | Bedeutung |
|---|---|
| -10 h | Konservativ |
| -20 h | Mittlere Flexibilität |
| -40 h | Für Saisonbetriebe |
Bei Überschreitung: Abzug vom Gehalt, Urlaubsanrechnung, oder Gespräch
Beispiel-Regelung
- Obergrenze: +50 Stunden
- Untergrenze: -20 Stunden
- Ausgleichszeitraum: 12 Monate
- Bei Kündigung: Auszahlung/Abzug
Ausgleichszeitraum
Definition
Der Zeitraum, in dem das Konto ausgeglichen werden soll:
| Zeitraum | Anwendung |
|---|---|
| Monatlich | Sehr kurz, wenig Flexibilität |
| Quartalsweise | Mittlere Flexibilität |
| Jährlich | Gute Flexibilität |
| Langzeitkonto | Über Jahre (z.B. für Sabbatical) |
Ausgleichspflicht
Am Ende des Ausgleichszeitraums:
- Plusstunden: Verfallen oft (wenn nicht genommen)
- Minusstunden: Können vom Gehalt abgezogen werden
- Übertrag: Je nach Regelung möglich
Arbeitgeber-Risiko bei Minusstunden
Vorsicht bei Minusstunden:
- Bei Kündigung durch Arbeitgeber: Abzug problematisch
- Bei Kündigung durch Arbeitnehmer: Abzug möglich
- Im Zweifel: Arbeitsrecht beachten
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Arbeitszeitkonto bei Kündigung
Plusstunden
Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses:
- Ideale: Freizeitausgleich während Kündigungsfrist
- Alternativ: Auszahlung (Überstundenvergütung)
- Verfall: Nur wenn vertraglich geregelt
Minusstunden
Differenzierter zu betrachten:
| Situation | Regelung |
|---|---|
| Kündigung durch AN | Abzug vom letzten Gehalt möglich |
| Kündigung durch AG | Abzug oft problematisch |
| Aufhebungsvertrag | Individuell regeln |
Dokumentation wichtig
Bei Beendigung:
- Aktuellen Kontostand festhalten
- Schriftliche Vereinbarung über Ausgleich
- Arbeitszeitnachweis aushändigen
Praktische Tipps
Für Arbeitgeber
- Klare Regelung: Schriftlich vereinbaren
- Obergrenzen: Nicht zu hoch ansetzen
- Monitoring: Kontostände regelmäßig prüfen
- Ansprechen: Bei Grenzüberschreitung reagieren
- Dokumentation: Alle Buchungen nachvollziehbar
Für Arbeitnehmer
- Überblick behalten: Kontostand kennen
- Ausgleich planen: Rechtzeitig Gleittage nehmen
- Grenzen beachten: Nicht zu viele Plusstunden ansammeln
- Bei Kündigung: Plusstunden vorher abbauen
Für HR
- System nutzen: Automatische Berechnung
- Berichte: Regelmäßige Auswertungen
- Warnung: Bei Grenzüberschreitung automatisch
- Jahresende: Übertrag oder Ausgleich managen
Sonderformen
Langzeitkonto (Wertguthaben)
Für langfristiges Ansparen:
- Sabbatical, Altersteilzeit, Weiterbildung
- Höhere Obergrenzen
- Insolvenzschutz erforderlich
- Sozialversicherungsrechtliche Besonderheiten
Lebensarbeitszeitkonto
Sparen für frühere Rente:
- Sehr langfristiger Horizont
- Strenge rechtliche Vorgaben
- Wertguthaben nach SGB IV
Ampelkonto
Visuelle Darstellung:
- Grün: Im Normalbereich
- Gelb: Warnung (Grenzen nähern sich)
- Rot: Überschreitung
Häufige Fragen
Fazit
Ein Arbeitszeitkonto schafft Flexibilität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wichtig sind klare Regeln: Obergrenzen, Ausgleichszeiträume und Vereinbarungen für den Kündigungsfall. Mit einem guten Zeiterfassungssystem behalten alle den Überblick über das aktuelle Guthaben – und Überschreitungen werden rechtzeitig erkannt.
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