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title: "Abrufarbeit: Regeln für Arbeit auf Abruf"
description: "Arbeit auf Abruf richtig gestalten: Was rechtlich gilt und wie die Zeiterfassung funktioniert."
author: "Redaktion"
category: "dienstplanung"
language: "de-DE"
published_at: "2026-01-22"
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keywords: ["Abrufarbeit","Arbeit auf Abruf","Abrufarbeit Arbeitsrecht","Kapovaz"]
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# Abrufarbeit: Regeln für Arbeit auf Abruf

Flexible Einsätze nach Bedarf – was rechtlich erlaubt ist und wie Sie korrekt erfassen.

## Das Wichtigste in Kürze

- Abrufarbeit ist eine Form der Teilzeitarbeit
- Mindestarbeit: 20% über vereinbarter Zeit, max. 25% darunter
- Ankündigungsfrist: Mindestens 4 Tage vorher
- Ohne Vereinbarung: 20h/Woche gelten als vereinbart
- Jede Stunde muss erfasst werden

## Was Abrufarbeit ist

### Definition

Kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit:

| Aspekt | Bedeutung |
|--------|-----------|
| Arbeitgeber | Bestimmt, wann gearbeitet wird |
| Arbeitnehmer | Muss auf Abruf erscheinen |
| Umfang | Variable Stundenzahl |
| Teilzeit | Ist eine Form davon |

### Abgrenzung

Unterschied zu anderen Modellen:

- **Abrufarbeit** – AG ruft, AN arbeitet
- **Gleitzeit** – AN wählt innerhalb Rahmen
- **Rufbereitschaft** – Warten auf Einsatz, nicht Arbeitszeit
- **Schichtarbeit** – Feste Schichten im Voraus
- **Minijob** – Kann Abruf sein, muss nicht

## Rechtliche Rahmenbedingungen

### Was das Gesetz sagt

TzBfG § 12:

| Regelung | Inhalt |
|----------|--------|
| Vereinbarung | Schriftlich empfohlen |
| Arbeitszeitumfang | Muss vereinbart sein |
| Ohne Vereinbarung | 20h/Woche gelten |
| Flexibilitätsgrenzen | Max. +25% / -20% |
| Ankündigung | Mind. 4 Tage vorher |

### Die Grenzen

Was gilt:

- **Vereinbarte Wochenzeit z.B. 15h**
- **Arbeitgeber darf abrufen:** – Minimum: 15h - 20% = 12h
- Maximum: 15h + 25% = 18,75h
- **Ankündigung** – Mindestens 4 Tage vorher
- **Mindesteinsatz** – Mindestens 3h pro Einsatz
- **Ohne diese Regeln** – Abruf unwirksam, trotzdem Lohn

## Ankündigungspflicht

### Die 4-Tage-Regel

Was gilt:

| Aspekt | Regelung |
|--------|----------|
| Frist | Mind. 4 Tage vorher |
| Form | Keine Formvorschrift |
| Folge bei Verstoß | AN muss nicht kommen |
| Vergütung | Trotzdem Anspruch |

### Praktische Umsetzung

Wie es funktioniert:

- **Arbeitgeber** – Teilt Einsatz mind. 4 Tage vorher mit
- **Arbeitnehmer** – Muss dann arbeiten
- **Kurzfristiger** – AN kann ablehnen
- **Trotzdem arbeiten** – Freiwillig möglich
- **Dokumentation** – Ankündigung festhalten

## Zeiterfassung bei Abrufarbeit

### Was erfasst werden muss

Dokumentation:

| Element | Erforderlich |
|---------|--------------|
| Tatsächliche Arbeitszeit | Ja |
| Pausen | Ja |
| Mindestarbeitszeit | Ja (3h pro Einsatz) |
| Ankündigungszeitpunkt | Empfohlen |

### Besonderheiten

Was beachten:

- **Jeder Einsatz** – Beginn, Ende, Pause
- **Mindestens 3h** – Auch wenn weniger gearbeitet
- **Summe prüfen** – Innerhalb der Grenzen?
- **Nicht abgerufen** – Trotzdem Mindestanspruch
- **Vergütung** – Für abgerufene und nicht abgerufene Zeit

## Mindestvergütung

### Wenn nicht abgerufen wird

Vergütungsanspruch:

| Situation | Vergütung |
|-----------|-----------|
| Abruf erfolgt | Tatsächliche Stunden |
| Weniger abgerufen | Mind. 80% vereinbarter Zeit |
| Nicht abgerufen | Mind. 80% vereinbarter Zeit |
| Mehr abgerufen | Tatsächliche (bis +25%) |

### Rechenbeispiel

Konkret:

- **Vereinbart: 20h/Woche**
- **Woche 1: 20h abgerufen → 20h bezahlt**
- **Woche 2: 15h abgerufen → 16h bezahlt (80%)**
- **Woche 3: 10h abgerufen → 16h bezahlt (80%)**
- **Woche 4: 25h abgerufen → 25h bezahlt (max +25%)**
- **Woche 5: 0h abgerufen → 16h bezahlt (80%)**
- **Ergebnis: AN hat Planungssicherheit**

## Für Arbeitgeber

### Was beachten

Pflichten:

| Pflicht | Umsetzung |
|---------|-----------|
| Schriftliche Vereinbarung | Arbeitsvertrag |
| Ankündigung 4 Tage | Dokumentieren |
| Mindestvergütung | Auch ohne Abruf |
| Mindestdauer 3h | Pro Einsatz |

### Vorteile und Grenzen

Abwägung:

- **Vorteile** – Flexibilität bei Bedarf
- Kapazität nach Auslastung
- Keine feste Verpflichtung
- **Grenzen** – Mind. 4 Tage Vorlauf
- Mind. 80% Vergütung
- Max. +25% abrufen
- Mind. 3h pro Einsatz
- **Fazit** – Flexibilität hat Grenzen

## Häufige Fragen

### Muss ich kommen wenn der Arbeitgeber mich kurzfristiger als 4 Tage abruft?

Nein, bei weniger als 4 Tagen Ankündigung können Sie den Einsatz ablehnen. Sie haben trotzdem Anspruch auf die Vergütung, die Sie bei ordnungsgemäßem Abruf erhalten hätten. Freiwillig können Sie natürlich trotzdem kommen.

### Was wenn im Vertrag keine Wochenarbeitszeit steht?

Dann gelten kraft Gesetz 20 Stunden pro Woche als vereinbart. Der Arbeitgeber muss dann auch mindestens 80% davon (16 Stunden) vergüten, selbst wenn er weniger abruft.

### Gilt die Mindestarbeitszeit von 3 Stunden auch für Minijobs?

Ja, auch bei Minijobs auf Abrufbasis gilt: Jeder einzelne Einsatz muss mindestens 3 zusammenhängende Stunden umfassen. Kürzere Einsätze müssen trotzdem mit 3 Stunden vergütet werden.

### Kann ich als Arbeitnehmer Abrufarbeit ablehnen?

Nur bei zu kurzfristiger Ankündigung (unter 4 Tage). Ordnungsgemäß angekündigte Einsätze müssen Sie wahrnehmen. Verweigern Sie das, kann das arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.

### Wie erfasse ich Abrufarbeit in der Zeiterfassung?

Jeder Einsatz wird normal mit Beginn, Ende und Pausen erfasst. Zusätzlich sollten Sie dokumentieren, wann der Einsatz angekündigt wurde. Am Monatsende: Summe prüfen, ob Mindestvergütung erreicht wurde.

## Fazit

Abrufarbeit bietet Flexibilität, aber mit klaren gesetzlichen Grenzen: Mindestens 4 Tage Ankündigung, maximal +25% über und -20% unter der vereinbarten Zeit, mindestens 3 Stunden pro Einsatz. Auch ohne Abruf besteht ein Vergütungsanspruch. Die Zeiterfassung muss jeden Einsatz dokumentieren. Für Arbeitgeber ist Abrufarbeit weniger flexibel als oft gedacht – die Grenzen schützen Arbeitnehmer vor willkürlicher Einsatzplanung.

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